Lausitzer Rundschau: Zu Putins Krim-Geständnis
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die Krim zwar erfolgreich heim ins russische Riesenreich geholt
hatte, über seinen Anteil daran aber aus taktisch-strategischen
Gründen nicht reden durfte. Das erinnerte dann doch irgendwie an eine
pubertäre Mutprobe, die man den Mädchen nicht zeigen kann oder, um
näher am hier betrachteten Sachverhalt zu bleiben, an einen Raubzug,
dessen Beute man sogleich vergraben muss. Frustrierend. Aber als die
Aktion lief, musste der russische Präsident seine Soldaten
verstecken, um nicht gleich international geächtet zu werden.
Offiziell waren es deshalb die Krim-Bewohner selbst, die plötzlich
keine Lust mehr auf Ukraine hatten; die Invasoren schraubten ihre
Nummernschilder ab. Einige Wohlmeinende im Westen versuchen
angestrengt, an diese offizielle Moskauer Version zu glauben. Sie
haben nun allerdings das Pech, dass in Putins Brust auch noch das
Herz des bei seinem Volk Anerkennung suchenden Potentaten schlägt,
eines Mannes, der als der größte russische Held seit Menschengedenken
gelten möchte. Egal, ob ihn der Rest der Welt deshalb für einen
waffenstarrenden Gernegroß hält, der sein Land ruiniert. Und so war
absehbar, was ziemlich genau ein Jahr nach der Einverleibung der
Halbinsel im Schwarzen Meer jetzt geschehen ist: Die Veröffentlichung
einer Heldensaga exklusiv fürs russische Fernsehen, in der Putin sich
als Initiator der ganzen Krim-Aktion zu erkennen gibt. Wetten, dass
es in einem Jahr über die Schlacht um den Donbass ganz ähnliche
Bekenntnisse geben wird? Sonst hätte sie ja auch keinen Sinn gemacht.
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Datum: 09.03.2015 - 19:56 Uhr
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