WAZ: Mahnung für die Metropole Ruhr. Kommentar von Tobias Blasius zum Bürgerentscheid
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Essen und Oberhausen ist nicht das Werk verblendeter Wutbürger, aber
es wird zum Menetekel der Metropole Ruhr. Eine ausreichende Mehrheit
an Wahlberechtigten hat das Instrument des Bürgerentscheids genutzt,
um eine Infrastrukturmaßnahme zu kippen, die historisch günstig zu
haben war, in einer Pleite-Stadt wie Oberhausen aber dennoch vielen
zu teuer erschien. Wer sonst der direkten Demokratie das Wort redet,
sollte nach diesem Ausrufezeichen der Basis nicht in
Wählerbeschimpfung verfallen. Kritisieren muss man aber die
Hasenfüßigkeit der Kommunalpolitik, die für zukunftsweisende,
zunächst womöglich unpopuläre Entscheidungen nicht geradestehen will.
Die in Hochglanzbroschüren seit Jahrzehnten über den Ballungsraum
Rhein-Ruhr palavert, aber im Konkreten das Werben für
stadtübergreifende Maßnahmen scheut. Die lieber auf den taktischen
Geländegewinn schielt, anstatt in regionalen Dimensionen zu denken.
Selbst wer noch nie mit der Straßenbahn von Essen nach Oberhausen
gefahren ist, muss diese Weichenstellung des Ruhrgebiets bedauern.
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Datum: 09.03.2015 - 19:17 Uhr
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