RNZ: Gescheitert
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türkischen Suruc
Das Kalkül von Recep Tayyip Erdogan ist nicht aufgegangen. Der
türkische Präsident hat die Terrormiliz IS im Irak und Syrien bisher
weitgehend gewähren lassen - und ein Auge zugedrückt, wenn diese sich
mit Nachschub über die türkische Grenze versorgte. Erdogan wollte so
einerseits verhindern, dass an der Grenze zur Türkei ein eigener
kurdischer Staat entsteht. Solange sich die kurdischen
Volksschutzeinheiten und die Terrormiliz bekämpften, konnte sich der
türkische Staatschef in Ankara als vermeintlich lachender Dritter
zurücklehnen. Gleichzeitig mag er gehofft haben, dass die Türkei
nicht zur Zielscheibe der Terroristen wird, wenn er diese nicht allzu
offensiv bekämpft. Der Anschlag in Suruc hat das Scheitern dieser
Politik auf tragische Weise offenbar werden lassen. Der Islamische
Staat kennt keine Verbündeten. Wer sich ihrem Kalifat nicht
bedingungslos unterwirft, ist ihr Feind. Indem die Islamisten ihren
Kampf auch auf türkischen Boden getragen haben, wird Erdogan nun
gezwungen sein, härter gegen sie vorzugehen. Gleichzeitig zieht er
die Wut der Kurden auf sich, die sich von Ankara im Stich gelassen
fühlen. Statt über dem Konflikt zu schweben, sitzt Erdogan nun
zwischen allen Stühlen.
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Dr. Klaus Welzel
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Datum: 21.07.2015 - 21:05 Uhr
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