Westdeutsche Zeitung: Talfahrt an den Börsen
ID: 1253391
der Börse? In den vergangenen elf Handelstagen hat der Deutsche
Aktienindex (Dax) rund 15 Prozent an Wert verloren. Seit dem
Rekordhoch im April ergibt sich ein Verlust von etwa 25 Prozent. Und
die Kurse könnten durchaus noch weiter in den Keller rauschen. Viele
brave Sparer werden sich angesichts dieser Talfahrt vergnügt die
Hände reiben. Schließlich müssen sie sich seit Jahren mit mickrigen
Zinsen abspeisen lassen, während mit Aktien das ganz große Rad
gedreht wurde. Befeuert vom billigen Geld der Zentralbanken, eilten
die Kurse von einem Höchststand zum nächsten. Jetzt läuft es
umgekehrt, das Vermögen löst sich in Luft auf. Crash-Auslöser sind
die schlechten Nachrichten aus China. Seit Mitte Juni kennen die
Aktienkurse dort nur eine Richtung - nach unten. Obwohl der Staat
immer wieder massiv in den Markt eingreift, haben die Papiere
inzwischen 50 Prozent an Wert verloren. Was die Regierung
veranstaltet, wirkt ungewohnt planlos, fast verzweifelt. Damit der
schwächelnde Export wieder auf die Beine kommt, hat die Zentralbank
die Landeswährung Yuan kräftig abgewertet, um heimische Waren im
Ausland billiger zu machen. Weitere Probleme kommen hinzu: die flaue
Nachfrage im Inland, Überkapazitäten und die hohe Verschuldung vieler
Unternehmen. Das scheinbar endlose Mega-Wachstum der chinesischen
Wirtschaft stößt offensichtlich an Grenzen. Obwohl diese
Schwierigkeiten großes Gewicht haben, scheint die Börse zu
übertreiben. Insgesamt gehen nur sieben Prozent der deutschen Exporte
nach China. 65 Prozent werden nach Europa geliefert, etwa neun
Prozent gehen in die USA - beides sind Regionen, in denen sich die
Wirtschaft erholt. Und auch in China droht keine Rezession, sondern
ein Weniger an Zuwachs. Aber das will in diesen Tagen an der Börse
niemand hören. Dort regiert die Angst, binnen kurzer Zeit viel Geld
zu verlieren. Die Zeichen stehen deshalb auf Verkauf, und alle rennen
mit. Die Abwärtsbewegung nährt sich selbst. Vieles spricht dafür,
dass im vierten Quartal dieses Jahres wieder Ruhe einkehrt. Ein
nachhaltiges Übergreifen der Börsenturbulenzen auf die Realwirtschaft
erscheint deshalb unwahrscheinlich. Aus dem Niedergang der
Aktienkurse folgt hierzulande kein massenhafter Verlust an
Arbeitsplätzen. Dass der Dax die Verluste rasch wieder aufholt, ist
aber auch nicht zu erwarten.
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@wz.de
www.wz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.08.2015 - 19:08 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1253391
Anzahl Zeichen: 2799
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 178 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Talfahrt an den Börsen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Von Lothar Leuschen Reformen sind schwierig in Deutschland. Bauen oder Sanieren dauert immer länger und wird immer teurer. Autos aus der deutschen Autoschmiede entpuppen sich international zunehmend als Ladenhüter. Und jetzt kann Deutschland nicht einmal mehr Elfmeter schießen. Quo vadis, Wirtsc
Kommentar/WZ zur ersten Sitzung des neuen Bundestages: / Schwieriges Parlament ...
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de
Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung
Attentäter in Berlin kontrolliert ...
Nach dem Überfall in dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys in Frankreich gibt es neue Erkenntnisse zu dem Attentäter. Der 25-jährige Marokkaner war im Mai von Berlin Tegel aus nach Istanbul geflogen. Wie die rbb-Abendschau aus Sicherheitskreisen erfuhr, soll Ayoub El K. am 10. Mai auf dem Flu
Rheinische Post: Tödliche Feuerpause ...
Kommentar von Matthias Beermann Wenn man unter einem Waffenstillstand das Ende von Kampfhandlungen versteht, dann ist das kein Waffenstillstand, der in der Ost-Ukraine herrscht. Der vor gut einem halben Jahr in Minsk geschlossene Friedensplan steht faktisch nur auf dem Papier. Fast täglich st
Rheinische Post: Europas Asylpolitik ...
Kommentar von Martin Bewerunge Ja, es wird schwierig werden, ein System in Europa zu schaffen, das eine halbwegs ausgeglichene Verteilung von Flüchtlingen in der Zukunft ermöglicht. Nein, wir wissen nicht, ob selbst das klügste Konzept am Ende auch funktioniert. Gewiss ist nur das: So wie
Südwest Presse: KOMMENTAR · CHINA ...
Bangen vor dem Absturz Chinas Börsen rutschen gerade so atemberaubend in die Tiefe wie sie zuvor gestiegen sind. Schlimm ist das für Millionen von Privathaushalten, die vom Staat zum Aktienkauf animiert worden waren. Für das Weltfinanzsystem und auch die deutschen Börsen sind die Kursverl




