Deutsches Kinderhilfswerk: Untätigkeit der Bundesregierung bei Kinderarmut beenden
ID: 1276926
Bundesregierung anlässlich des heutigen Internationalen Tages für die
Beseitigung der Armut auf, die Teilhabechancen von armen Kindern in
Deutschland stärker in den Blick zu nehmen. Aus Sicht des Verbandes
zeigen aktuelle Untersuchungen wie die Shell Jugendstudie
eindringlich, dass die Anstrengungen zur Bekämpfung der Kinderarmut
in Deutschland intensiviert werden müssen. "Die Bundesregierung
widmet dem Thema Kinderarmut weiterhin nicht die nötige
Aufmerksamkeit. Die positiven Änderungen beim Kinderzuschlag waren
ein Silberstreif am Horizont, aber inzwischen herrscht bei der
Bekämpfung der Kinderarmut wieder Dunkelheit. Weder die notwendige
Einführung einer Kindergrundsicherung, noch Maßnahmen in der
Gesundheits- oder Bildungspolitik zur Bekämpfung der Kinderarmut
stehen anscheinend auf der bundesdeutschen Regierungsagenda", sagt
Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.
"Für eine effiziente und nachhaltige Bekämpfung der Kinderarmut in
Deutschland braucht es ein schlüssiges Gesamtkonzept, das mit
ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet ist. Kinder haben
nach den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf ein
soziokulturelles Existenzminimum, das ihnen die Teilhabe an unserer
Gesellschaft ermöglichen soll. Durch die derzeitigen Hartz
IV-Regelsätze und die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket
wird das aber nicht ausreichend gewährleistet. Deshalb brauchen wir
hier einen radikalen und möglichst schnellen Politikwechsel, der
durch eine solidarischere Steuer- und Finanzpolitik finanziert werden
sollte", so Krüger weiter.
Zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland hält das Deutsche
Kinderhilfswerk die Einführung einer Kindergrundsicherung für einen
wichtigen und notwendigen Schritt. Diese soll proportional zum
Familieneinkommen gestaffelt werden. Erreicht werden kann dies durch
einen sinnvollen Umbau des Kinderzuschlags, der allen Familien mit
Kindern zugute kommen soll, für die nicht der Kinderfreibetrag im
Einkommensteuerrecht greift. So wird sichergestellt, dass Familien
mit weniger Einkommen stärker von der Kindergrundsicherung
profitieren als Familien mit hohen Einkommen. Insgesamt würde durch
eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung dem derzeitigen System
familienunterstützender Leistungen zu mehr Ausgewogenheit verholfen.
Darüber hinaus sollte ein Nationaler Aktionsplan gegen Kinderarmut
eine Vielzahl von Maßnahmen zu einem Gesamtkonzept bündeln. Neben der
besseren direkten finanziellen Unterstützung von Kindern aus
finanziell benachteiligen Verhältnissen gehören dazu beispielsweise
die Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit und Maßnahmen zur
Wohnumfeldverbesserung ebenso wie ein nach oben durchlässigeres
Schulsystem, dass alle Kinder und Jugendlichen individuell und
entsprechend ihrer Fähigkeiten optimal fördert.
Weitere Informationen und Rückfragen:
Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de
Twitter: @DKHW_de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.10.2015 - 05:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1276926
Anzahl Zeichen: 3482
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 539 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutsches Kinderhilfswerk: Untätigkeit der Bundesregierung bei Kinderarmut beenden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert im Vorfeld des heutigen Koalitionsausschusses an die Bundesregierung, nachhaltige Maßnahmen für eine generationengerechte Gesellschaft auf den Weg zu bringen. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation braucht es dringend strukturelle und finanzielle Investition
Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderrechte von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt stärken ...
Das Deutsche Kinderhilfswerk hofft nach der heutigen Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" auf konkrete und verbindliche Schritte zur Stärkung der Rechte von Kindern sowie eine konsequente Strategie zur Förderu
Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2026: Gewinner kommen aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) ...
Projekte aus Dresden, Hannover und Obershausen (Hessen) sind mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes ausgezeichnet worden. Damit können sich die Gewinnerinnen und Gewinner über ein Preisgeld in Höhe von je 6.000 Euro freuen. Mit dem Preis werden Projekte gewürdi
Weitere Mitteilungen von Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
TTIP: NDR Rundfunkrat begrüßt Positionspapier der Bundesregierung zum Schutz von Medien und Kultur ...
Der NDR Rundfunkrat hat sich in seiner Sitzung am Freitag, 16. Oktober, in Hamburg mit Fragen der nationalen und europäische Medienpolitik beschäftigt. In diesem Zusammenhang begrüßte Dagmar Pohl-Laukamp, Vorsitzende des Rundfunkrats, das Positionspapier zu den TTIP-Verhandlungen, das Bunde
Solms: Gabriel ist mit EEG-Reform auf ganzer Linie gescheitert ...
Zur steigenden EEG-Umlage erklärt das FDP-Präsidiumsmitglied Dr. Hermann Otto Solms: "Die EEG-Umlage steigt erneut und wächst sich immer mehr zu einem gefährlichen Standortnachteil für Deutschland aus. Betroffen ist vor allem der Mittelstand, weil die Ausnahmeregelungen nicht für k
Solms: Gabriel ist mit EEG-Reform auf ganzer Linie gescheitert ...
Zur steigenden EEG-Umlage erklärt das FDP-Präsidiumsmitglied Dr. Hermann Otto Solms: "Die EEG-Umlage steigt erneut und wächst sich immer mehr zu einem gefährlichen Standortnachteil für Deutschland aus. Betroffen ist vor allem der Mittelstand, weil die Ausnahmeregelungen nicht für k
Mittelstand bei Pensionsverpflichtungen entlasten ...
Die Niedrigzinsphase schlägt zunehmend auch auf die mittelständische Wirtschaft durch. Davor warnt Alexander Büchel, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), anlässlich der Beratungen im Bundestag zur Umsetzung der EU-Mobilitätsrichtlinie. Ursache dafür sind Pensionsverp




