20 Jahre Gentechnik auf dem Acker: nur leere Versprechungen / Der Großteil Europas will keinen Anba

20 Jahre Gentechnik auf dem Acker: nur leere Versprechungen /
Der Großteil Europas will keinen Anbau riskanter Gen-Pflanzen

ID: 1284992
(ots) - Schlecht fällt die Bilanz aus nach 20 Jahren
kommerziellen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. Zu diesem
Ergebnis kommt der neue Report "Zwei Jahrzehnte des Versagens", den
Greenpeace anlässlich der großen Ablehnung von gentechnisch
verändertem Mais in Europa veröffentlicht. In einem aktuellen
Verfahren haben Deutschland und weitere 11 EU-Staaten sowie 4
Regionen den Anbau von sechs Gen-Mais-Linien auf ihrem Gebiet
verhindert, weitere 5 Staaten dürften folgen. Der Report zeigt gute
Gründe gegen Gen-Pflanzen auf: von falscher Hoffnung, die Welt zu
ernähren, bis zu nicht erreichten Innovationen. "20 Jahre
kommerzieller Anbau zeigen, dass es klug ist, den Anbau von
Gen-Pflanzen zu vermeiden", sagt Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte
von Greenpeace. "Doch einzelne Sorten abzulehnen kann nur ein erster
Schritt sein. Wenn Agrarminister Schmidt Deutschlands Äcker dauerhaft
gentechnikfrei halten will, muss er ein generelles Anbauverbot
verhängen." Zum Report: www.greenpeace.de/Gentechnikbilanz

Minister Christian Schmidt (CSU) will die Verantwortung für
Anbauverbote vom Bund an die Länder abgeben. Beim aktuellen
sogenannten Opt-out-Verfahren gingen die Anfragen der
Mitgliedsstaaten über die Europäische Kommission an die
Agrochemie-Konzerne. Monsanto, DuPont und Syngenta hatten die Anträge
für die Zulassung von Gen-Mais-Linien gestellt. Die Konzerne geben
den Bitten der Länder nach, ihre Gebiete aus den Anträgen
herauszunehmen - ein mangelhafter Prozess, der vom Wohlwollen der
Unternehmen abhängt. Die Gebiete aller antragstellenden EU-Länder
machen etwa 65 Prozent der Bevölkerung und Ackerfläche in der EU aus.

Keine Sicherheit für Umwelt und Verbraucher

Dem neuen Report nach erzielen Gen-Pflanzen keine höheren Erträge
und werden den Herausforderungen der Landwirtschaft wie etwa dem


Klimawandel nicht gerecht. Ihr Anbau gefährdet die gentechnikfreie
Landwirtschaft, steigert den Pestizideinsatz und bedroht so Umwelt
und Artenvielfalt. Über die Sicherheit des Verzehrs gentechnisch
veränderter Pflanzen herrscht nach wie vor Uneinigkeit, auch unter
Wissenschaftlern. Insbesondere die Langzeitfolgen werden kaum
untersucht und nicht überwacht. Unabhängige Risikoforscher haben in
der Regel keinen Zugang zu Saatgutmaterial.

"Die Agro-Gentechnik hat ihre großen Ziele verfehlt. Ökologische
Anbaumethoden und moderne Pflanzenzüchtung sind die längst
verfügbaren Innovationen für die Landwirtschaft", so Zimmermann.
Konventionelle und Präzisions-Züchtungsverfahren ("Smart Breeding")
brachten zahlreiche Pflanzen hervor, die die Gentechnik nicht liefern
kann, etwa Sorten, die widerstandsfähig sind gegen Dürren, Salz oder
Krankheiten. In den USA bauten 1996 Landwirte erstmals kommerziell
genutzte Gen-Pflanzen an. Heute wachsen auf etwa 3 Prozent der
weltweiten Agrarflächen Gen-Pflanzen. Der Anbau konzentriert sich auf
einige wenige Länder, Kulturpflanzen und gentechnisch vermittelte
Eigenschaften.

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Datum: 05.11.2015 - 08:10 Uhr
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