Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Cameron-Nachfolge
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führt sein Land zum Zweck des innerparteilichen Machterhalts aus der
EU und macht sich aus dem Staub, und der andere (Johnson) zieht sich
nach dem Rücktritt seines Widersachers aus der Verantwortung. Boris
Johnson hat das Privatduell gegen David Cameron gewonnen. Ging es dem
irrlichternden Exzentriker etwa nur darum? Nein, Johnson wollte
Premier und damit Camerons Nachmieter in Downing Street 10 werden.
Aber er hat eingesehen, dass er weder dem Volk noch der Partei
vermittelbar ist. Die Wut auf den Trickser und Lügner, der seine
Versprechen aus dem Brexit-Wahlkampf schon am Tag nach dem knappen
Sieg kassieren musste, ist groß und hält. Dieser fragwürdige Erfolg
kann für Johnson unmöglich folgenlos bleiben. Eines hat man ihm auch
im Ausland nicht abgenommen: den Wandel vom polyglotten Bürgermeister
einer europäischen Weltstadt, der Olympia 2012 in London zu einem
Fest machte, zum Befürworter von anti-europäischer Kleinstaaterei.
Ist Boris Johnsons politische Karriere vorbei? Hoffentlich!
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Andreas Kolesch
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Datum: 30.06.2016 - 21:10 Uhr
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