"Massive Eingriffe in die Grundrechte" / Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt Verfassungsbeschwerden gegen das "Sterbehilfeverhinderungsgesetz" (§ 217 StGB)
ID: 1407850
Bundestag beschlossene "Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen
Förderung der Selbsttötung" (§ 217 StGB) ist "weder geeignet, noch
erforderlich noch verhältnismäßig, um die Interessen der Bürgerinnen
und Bürger zu schützen", heißt es in einer Stellungnahme, die die
Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) vergangene Woche beim
Bundesverfassungsgericht eingereicht und am heutigen Dienstag auf
ihrer Website veröffentlicht hat. Deshalb seien die "massiven
Eingriffe in die Grundrechte, die mit der neuen Strafnorm
einhergehen, in keiner Weise zu rechtfertigen".
Ergänzend zur Argumentation der bislang in Karlsruhe eingereichten
Verfassungsbeschwerden arbeitet die Stiftung in ihrer Stellungnahme
heraus, dass das "Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen
Förderung der Selbsttötung" gegen das "Neutralitätsgebot der
Verfassung" (Art. 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 3 u. Art. 140 GG)
verstößt. Denn es sei offenkundig, dass § 217 StGB "die
Sittlichkeitsvorstellungen einer weltanschaulichen Minderheit
privilegiert und die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, die diese
Vorstellungen nicht teilen, diskriminiert". Damit missachte das
Gesetz "das fundamentale Rechtsprinzip der weltanschaulichen
Neutralität des Staates", welches die notwendige Voraussetzung dafür
sei, dass der Staat eine "Heimstatt aller Staatsbürger" sein kann,
wie es das Bundesverfassungsgericht selbst einmal formuliert hat
(BVerfGE 19, 206).
Neben den verfassungsrechtlichen Aspekten geht das gbs-Gutachten
ausführlich auch auf die "dramatischen Folgen" ein, die § 217 StGB in
der medizinischen Praxis hat. Das Fazit der mit zahlreichen
Quellenbelegen untermauerten Stellungnahme ist an Deutlichkeit kaum
zu überbieten: "Ein Gesetz, das fundamentale Grundrechte der
Bürgerinnen und Bürger zugunsten eines staatlichen Paternalismus
aushebelt, das schwerstkranken Menschen ihre Würde raubt, sie
katastrophalen Risiken ausliefert und ihnen die letzte Chance auf
Selbstbestimmung nimmt, das den Erfordernissen einer rationalen
Rechtsbegründung zuwiderläuft und in drastischer Weise gegen das
Prinzip der weltanschaulichen Neutralität des Staates verstößt, das
Ärzten mit empfindlichen Strafen droht, wenn sie ihren Patienten in
deren schwersten Stunden zur Seite stehen, das nicht zuletzt auch
gegen das klare Votum einer überwältigenden Bevölkerungsmehrheit
gerichtet ist und stattdessen den Partikularinteressen einer kleinen,
jedoch einflussreichen Lobbygruppe (Kirchenfunktionäre,
Pharmahersteller, Klinikbetreiber, Pflegedienste) folgt, kann und
darf in einem modernen, liberalen Rechtsstaat keinen Bestand haben!"
Lesen Sie hier den vollständigen Wortlaut der Stellungnahme
"Freitodhilfe im liberalen Rechtsstaat" (verfasst von Dr. Michael
Schmidt-Salomon im Auftrag der Giordano-Bruno-Stiftung):
http://ots.de/Qhx8I
Pressekontakt:
gbs-Pressestelle: Elke Held, presse(at]giordano-bruno-stiftung.de
Original-Content von: Giordano Bruno Stiftung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.10.2016 - 12:44 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1407850
Anzahl Zeichen: 3408
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Oberwesel/Karlsruhe
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 212 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Massive Eingriffe in die Grundrechte" / Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt Verfassungsbeschwerden gegen das "Sterbehilfeverhinderungsgesetz" (§ 217 StGB)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Giordano Bruno Stiftung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Im Unterschied zu den religiösen Förderwerken wird das humanistische "Bertha von Suttner-Studienwerk" (BvS) bislang nicht staatlich gefördert, weil es hierfür angeblich "keinen Bedarf" gebe. Dies sehen die eigentlichen Adressaten solcher Studienwerke, nämlich hochbegabte Men
"Von Fremd- zu Selbstbestimmung": Warum das Ende des Transsexuellengesetzes überfällig war ...
Wer sich zum Thema "Transgeschlechtlichkeit" äußert, betritt vermintes Gebiet. Das Netz ist voll mit "woken" und "anti-woken" Reaktionen auf das "Selbstbestimmungsgesetz" (SBGG), das seit 2024 eine niedrigschwellige Änderung des Geschlechtseintrags ermögli
Islamistische Anschläge finanziert mit deutschen Steuergeldern? / Erstmals veröffentlichte Dokumente belegen den fahrlässigen Umgang des Staates mit dem Politischen Islam ...
Fünf Jahre kämpfte das "Institut für Weltanschauungsrecht" (ifw) für die Veröffentlichung eines geheim gehaltenen Prüfberichts des Bundesrechnungshofs zur staatlichen Finanzierung der Organisation "Islamic Relief". Die nun zugänglichen Dokumente offenbaren, so ifw-Beiräti
Weitere Mitteilungen von Giordano Bruno Stiftung
Weser-Kurier:Über den Ehrenkodex für Gemeinderäte schreibt Serena Bilanceri: ...
Schlägt man im Duden nach, bedeutet Ehrenkodex die "Gesamtheit der in einer Gesellschaft oder Gruppe geltenden, die Ehre und das ehrenhafte Verhalten betreffenden Normen". Es versteht sich von selbst, dass Politiker und Abgeordnete ohne ein ehrenhaftes Verhalten kein Vertrauen des Volk
Mittelbayerische Zeitung: Jenseits aller Werte / Kommentar zu den Demonstrationen am Rande der Feiern zum Tag der deutschen Einheit in Dresden ...
Feiern oder Pöbeln, Argumentieren oder Niederschreien - die sächsische Landeshauptstadt erlebte gestern zwiespältige Feierlichkeiten zum 26. Jahrestag der deutschen Einheit. Offiziell wurde mit klugen und nachdenklichen Worten daran erinnert, was in den vergangenen Jahren im wiedervereinten De
Badische Zeitung: Proteste bei der Einheitsfeier / Dresden hätte es in der Hand Kommentar von Bernhard Honnigfort ...
Erschreckend und unbegreiflich ist wieder einmal, wie ein Großteil der Dresdner Bürger sich von einer fremdenfeindlichen Minderheit auf der Nase herumtanzen lässt, die den Ruf der Stadt systematisch zerstört. Natürlich gibt es viele Dresdner, die für Demokratie und Weltoffenheit eintreten od
Mitteldeutsche Zeitung: zu Wittenberger Schlosskirche: ...
Das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 kann kommen! Die Wiedereröffnung der liebevoll restaurierten Schlosskirche in Wittenberg war ein gelungener Auftakt für das größte Ereignis, das Sachsen-Anhalt in seiner jüngeren Geschichte erleben darf. Alles hat gepasst: die Schlosskirche, die durc




