Fracking-Gesetzespaket tritt in Kraft / Fracking torpediert Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkomme

Fracking-Gesetzespaket tritt in Kraft / Fracking torpediert Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens

ID: 1454926
(ots) - Gemeinsame Pressemitteilung von Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND), Deutsche Umwelthilfe (DUH),
Naturschutzbund Deutschland (NABU), Robin Wood, Umweltinstitut
München, PowerShift, Food & Water Europe und des Umweltdachverbands
Deutscher Naturschutzring (DNR)

Am 11. Februar tritt das Fracking-Gesetzespaket der Großen
Koalition in Kraft. Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring
(DNR) mit seinen Mitgliedsorganisationen Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU)
und Robin Wood sowie die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das
Umweltinstitut München, PowerShift und Food & Water Europe
befürchten, dass es nun neue Fracking-Vorhaben geben könnte.
Insbesondere das Fracking in dichtem Sandstein, sogenanntes
Tight-Gas-Fracking, wird durch die neuen gesetzlichen Regeln explizit
erlaubt und wäre selbst in Schutzgebieten möglich. Auch für Fracking
in Schiefer-, Ton-, Kohleflöz- und Mergelgestein bleibt durch
"Forschungsprojekte" eine Hintertür offen.

Die Bundesregierung spricht mit dieser Fracking-Politik ihrem
eigenen Anspruch Hohn, Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu sein.
Während europaweit immer mehr Staaten Fracking-Verbote beschließen,
verlängert die Große Koalition in Deutschland mit dem im Juni 2016
beschlossenen Fracking-Gesetzespaket das fossile Zeitalter und bremst
die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris aus. Das ist ein
fatales Signal an die internationale Staatengemeinschaft, zumal
Deutschland als Ausrichter des diesjährigen G20-Gipfels und als
Gastgeber der Klimakonferenz der Vereinten Nationen besonders im
Fokus stehen wird.

"Um die in Paris vereinbarten Klimaziele zu erreichen, braucht es
ein klares Verbot jeder Art des Erdöl- und Erdgasfrackings. Statt
durch Tight-Gas-Fracking weiter auf vergangene Zeitalter zu setzen


und fossile Energieträger zu erschließen, muss die Bundesregierung
ihren internationalen Versprechen gerecht werden und die Energiewende
beschleunigen", erklärte DNR-Präsident Prof. Dr. Kai Niebert.

Aus Sicht der Umwelt- und Naturschutzorganisationen sind jetzt
auch die Bundesländer gefordert, Fracking endgültig einen Riegel
vorzuschieben. Das Gesetzespaket ermöglicht den Landesregierungen,
ihr Veto gegen Fracking-Erprobungsvorhaben in Schiefer-, Ton-,
Kohleflöz- und Mergelgestein einzulegen. Über die konsequente
Ausweisung von Schutzgebieten könnten die Länder darüber hinaus auch
Tight-Gas-Fracking ausschließen.



Pressekontakt:
Daniel Hiß, DNR-Frackingexperte, Mobil: 0157/89203007,
E-Mail: daniel.hiss@dnr.de

Ann Kathrin Schneider, BUND Leiterin internationale Klimapolitik,
Tel.: 030/27586-468, Mobil: 0151/24087297,
E-Mail: annkathrin.schneider@bund.net

Sebastian Scholz, NABU Leiter Energiepolitik und Klimaschutz,
Tel: 030/2849841617, Mobil: 0172/4179727,
Email: Sebastian.Scholz@NABU.de

Dr. Cornelia Nicklas, DUH, Leiterin Recht, Mobil: 0162/6344657,
E-Mail: nicklas@duh.de

Dr. Philip Bedall, ROBIN WOOD, Energiereferent, Mobil: 0160/99783336,
E-Mail: energie@robinwood.de

Franziska Buch, Umweltinstitut München, Referentin für Energie und
Klima, Tel: 089/30774917, E-Mail: fb@umweltinstitut.org,

Laura Weis, PowerShift, Fachpromotorin für Klima- &
Ressourcengerechtigkeit, Tel.: 030/42085295,
E-Mail: Laura.Weis@power-shift.de

Andy Gheorghiu, Food & Water Europe, Fracking Policy Advisor,
Food & Water Europe, Tel.: 05631/5069507, Mobil: 0160/2030974,
E-Mail: agheorghiu@fweurope.org

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Datum: 10.02.2017 - 10:14 Uhr
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