Mittelbayerische Zeitung: Kommentar, Mittelbayerische Zeitung Regensburg, zu G8
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Von Philipp Seitz
Letzte Chance
Gut, dass es mit dem G8 endlich vorbei ist: Schon viel zu lange
klagen Schüler, Eltern und Lehrer über das Turbo-Abi. Die Beschwerden
sind seit Jahren dieselben: Zu wenig Freizeit für die Schüler, zu
wenig Zeit zur Selbstfindung, zu voller Lehrplan. Das
Kultusministerium hat zwar versucht, das G8 immer wieder ein wenig zu
verbessern, ist dabei aber grandios gescheitert. Vor den Wahlen 2018
in Bayern packt Horst Seehofer das Gymnasium nun an und schickt
Kultusminister Spaenle zum Nachsitzen. Lange genug hat es gedauert:
13 Jahre - so lange, wie das Abitur beim neunjährigen Gymnasium. Es
ist ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns. Aber immerhin: Der
Freistaat hat auf den Leidensdruck von Schülern und Lehrern reagiert.
Vieles, was das alte G9 bot, sollte wiederkommen. Etwa die
Leistungskurse, durch die Schüler individueller gefördert werden. Die
im G8 neu eingeführten berufsvorbereitenden Seminare benötigen
deutlich mehr Zeit. Wichtig ist: Spaenle und die CSU sollten aus
ihren Fehlern lernen - und sich nach dem überhastet eingeführten G8
nun die Zeit nehmen, die es für eine ausgegorene Lösung braucht. Ein
weiteres Jahr ohne erfolgreichen Abschluss können sich Minister und
Partei nicht mehr leisten.
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Datum: 09.03.2017 - 20:54 Uhr
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