WAZ: WAZ: Das Bildungs- und Teilhabepaket entpuppt sich offenbar als krasser Fehlschlag
ID: 1484942
einkommensschwachen Familien ist offenbar ein krasser Fehlschlag.
Neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge nehmen nicht einmal
zehn Prozent der Kinder von Hartz-IV-Empfängern die ihnen zustehenden
Leistungen für kulturelle und soziale Teilhabe in Anspruch. Das
berichtet die in Essen erscheinende Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(WAZ, Freitagausgabe). Die betroffenen Kinder könnten damit Musik-
und Kunstunterricht außerhalb der Schule bezahlen oder die
Mitgliedschaft in Sportvereinen.
Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung wurde im April
2011 als Teil des "Hartz IV-Kompromisses" eingeführt, nachdem das
Bundesverfassungsgericht im Jahr zuvor festgestellt hatte, dass die
Regelsätze von Hartz IV - besonders für Kinder und Jugendliche - zu
niedrig ausfielen. Das Teilhabe-Paket ist für das Essen in Schulen
und Kitas gedacht, für Schulausflüge und Nachhilfe sowie für Sport
und Kultur außerhalb der Schule. Die Unterstützung muss von den
Betroffenen bei ihrer Stadt beantragt werden.
Professor Holger Noltze vom Rat für Kulturelle Bildung in Essen,
der die Zahlen abgerufen hat: "Bundesweit liegen Beträge im
dreistelligen Millionenbereich brach. Allein in Nordrhein-Westfalen
gehen pro Jahr 58 Millionen Euro für die Teilhabe von Kindern und
Jugendlichen verloren. Das Bildungs- und Teilhabepaket muss von der
kommenden Bundesregierung grundlegend reformiert werden."
Der Rat für Kulturelle Bildung, hinter dem die Mercator-, die
Bertelsmann- und fünf weitere Stiftungen stehen, weist zudem auf die
horrenden Bürokratie-Kosten des Teilhabepakets hin: Das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales habe festgestellt, dass zu
den Kosten der Behörden von 14,7 Millionen Euro noch weitere 11
Millionen auf Seiten von Musikschulen und Vereinen kommen. Diesen
25,7 Millionen Verwaltungskosten monatlich stehen im gleichen
Zeitraum gerade einmal 28,7 Millionen Euro gegenüber, die bei den
Kindern ankommen.
Dabei gibt es vereinzelt bereits Ansätze zu Verbesserungen: Die
Städte Hamm und Münster sowie der Kreis Steinfurt haben Chip-Karten
eingeführt, mit denen die Kinder Nachhilfe-, Kultur- und
Sportangebote unbürokratisch wahrnehmen können - hier werde das
bereitstehende Geld zu etwa 50 Prozent genutzt, so der Rat für
Kulturelle Bildung; dem stünden andernorts Quoten von gerade mal vier
bis fünf Prozent gegenüber.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.04.2017 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1484942
Anzahl Zeichen: 2966
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 258 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"WAZ: WAZ: Das Bildungs- und Teilhabepaket entpuppt sich offenbar als krasser Fehlschlag"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der NRW-Landesbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes für den Bevölkerungsschutz warnt davor, dass weite Teile der Bevölkerung trotz der ernsten Sicherheitslage nicht auf Krieg und andere große Krisen vorbereitet seien. Er rät dazu, neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche auf den Erns
WAZ: Lehrerverband-Präsident Düll: "Social-Media-Verbot passt nicht zum Wählen ab 16" ...
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, kritisiert Forderungen in der EU und in Deutschland, den Konsum von Social Media für Jugendliche einzuschränken. Anlass ist ein Votum des NRW-Landtages, das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 abzusenken. "Das Wahlalter wird auf 16
WAZ: NRW-Gleichstellungsministerin Paul (Grüne) warnt vor Sexkaufverbot ...
NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne) ist gegen ein Sexkaufverbot. "Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere und Prostituierte bedürfen eines besonderen Schutzes. Ein Verbot der Sexarbeit bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern das Abdrängen in ein nur schwer zu kontro
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Mittelbayerische Zeitung: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zu Rechtsmedizin/Leichenschau ...
Die nachträglich aufgeklärten Tötungsdelikte in der Oberpfalz lassen erahnen: Der perfekte Mord scheint immer wieder zu gelingen. Seit vielen Jahren weisen Rechtsmediziner in Deutschland auf Mängel bei der Leichenschau hin und nennen eine Dunkelziffer von bis zu 2000 unentdeckter Tötungsdelik
Mittelbayerische Zeitung: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zu Schulz/Affären ...
Über das zunehmend selbstherrliche Verhalten ihres Präsidenten und seine Personalpolitik nach Gutsherrenart hatten Abgeordnete hinter vorgehaltener Hand schon lange vorher geklagt. Vor allem nach der letzten Europawahl versorgte Schulz seine Getreuen mit Posten und Privilegien. Gesetze hat er dab
Straubinger Tagblatt: Sicherheitspaket der großen Koalition: Mehr Polizisten wären wichtiger ...
Mehr Sicherheit wird eben nicht nur durch immer schärfere Gesetze erreicht. Sondern vor allem durch eine ausreichende Zahl von gut ausgebildeten und modern ausgestatteten Polizisten, die im Alltag der Bürger präsent sind. Die nicht nur die zweifellos gestiegene Terrorgefahr im Blick haben. Son
Kölner Stadt-Anzeiger: Kölner Opern-Sanierung könnte 565 Millionen Euro kosten ...
Die vollständige Sanierung der Oper und des Schauspielhauses in Köln könnte im schlechtesten Fall 565 Millionen Euro kosten und bis zum März 2023 dauern. Das geht aus internen Projektunterlagen hervor, die dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe) vorliegen. Der technische Bet




