WAZ: DGB-Chef Hoffmann will für Sonntagsruhe kämpfen
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Verdi darin, verkaufsoffene Sonntage gerichtlich verbieten zu lassen.
"Ich kann das nur begrüßen, weil niemand eine komplette Entgrenzung
von Arbeitszeit braucht. Dadurch wird nicht ein Pullover mehr
verkauft, der Umsatz wird nur über längere Öffnungszeiten verteilt",
sagte Hoffmann der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen
Zeitung (Montagausgabe). Die Gewerkschaft Verdi hatte zuletzt in
Nordrhein-Westfalen zahlreiche verkaufsoffene Sonntage vor Gericht
gekippt. Hoffmann sagte, der DGB sei in dieser Frage "ganz eng bei
den Kirchen", der Sonntag müsse arbeitsfrei bleiben, außer in den
Bereichen wie dem Gesundheitswesen oder der inneren Sicherheit, wo
dies nicht möglich sei. Die Beschäftigten bräuchten ihre Ruhephasen.
"Wir beobachten nicht zufällig seit Jahren steigende Fehlzeiten durch
psychische Erkrankungen, oft aus Überlastung." Da sei es nicht
sinnvoll, über einen siebten Arbeitstag in der Woche zu reden. Es sei
zwar klar, dass gerade Beschäftigte mit geringem Einkommen ein
Interesse hätten, über Sonntagszuschläge "ein paar Euro mehr zu
verdienen", sagte Hoffmann. Mit diesem Widerspruch müssten auch die
Betriebsräte umgehen. "Aber die Antwort kann nur sein, den
Niedriglohnsektor trocken zu legen." Der DGB-Chef sagte, in
Deutschland gebe es den nach Litauen größten Niedriglohnsektor in
Europa. "22 Prozent der Erwerbstätigen verdienen weniger als 9,60
Euro pro Stunde. Das treibt die Menschen um", sagte Hoffmann.
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Datum: 30.04.2017 - 17:47 Uhr
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