Allg. Zeitung Mainz: Unterschätzt / Reinhard Breidenbach zur Strafverschärfung für Einbruch

Allg. Zeitung Mainz: Unterschätzt / Reinhard Breidenbach zur Strafverschärfung für Einbruch

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(ots) - Härtere Strafen sind kein Allheilmittel. Aber nicht
selten sind sie sinnvoll, um die Schwere eines Delikts und die
Betroffenheit von Opfern zu kennzeichnen und den Unwert der Tat zu
brandmarken. So beim Einbruchsdiebstahl. Seine Auswirkungen werden
unterschätzt, weil sich kaum jemand um psychische Langzeitfolgen vor
allem bei jenen Opfern kümmert, die sich während der Tat in der
Wohnung befinden. Todesangst ist da nicht unwahrscheinlich, das
Risiko einer Eskalation ist real und konkret. Manche, vor allem in
der Strafrechtswissenschaft, erklären in solchen Zusammenhängen auch
gerne, subjektives Risikoempfinden und tatsächliches Risiko klafften
oft auseinander. Das ist nicht falsch, hilft aber denen nicht, die
tatsächlich Opfer eines Einbruchs werden. In Deutschland verzeichnete
die Statistik für 2015 rund 167 000 Fälle mit einem Gesamtschaden von
400 Millionen Euro. Gerne werden dann auch Medien beschuldigt, das
Kriminalitätsthema komme ihnen gerade recht. Als Generalverdacht ist
das Humbug. Die Fälle sind Fakt, ebenso eine überaus dürftige
Aufklärungsquote von 15 bis 17 Prozent. Die Polizei verweist auf
ihren Personalmangel. Der ist nicht von der Hand zu weisen, aber
vielleicht nur die halbe Wahrheit. Vielleicht liegt auch ein
Resignieren vor, oder eine Unterschätzung des Delikts. Dem
entgegenzuwirken, durchaus auch mit richterlich kontrollierter
Nutzung von Vorratsdatenspeicherung, ist angemessen. Dass Wahlkampf
ist, ändert an diesem Urteil nichts. Auch im Wahlkampf dürfen
vernünftige Entscheidungen fallen. Der Generalverdacht, sie würden
ausschließlich wegen des Wahlkampfs getroffen - auch der ist Humbug.



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zu Parteiprogrammen RNZ: Kommentar schärfere Strafen bei Einbrüchen
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Datum: 10.05.2017 - 19:02 Uhr
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