Allg. Zeitung Mainz: Darling / Kommentar zu Frankreich / Von Reinhard Breidenbach
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vor der Rechtsradikalen Marine Le Pen bewahrt und die Herrschaft der
Unbedarften - Hollande - und Unwürdigen - Fillon - beendet. Er ist
jung, sieht gut aus, hat eine sympathische Frau, zudem auch noch,
völlig gegen den Trend, deutlich älter als er. Er versteht etwas von
Politik und von Macht. Er quetscht Trumps Hand und bietet Putin die
Stirn. Merkel ist ihm gewogen, weil sie weiß, dass man so jungen
Leuten eine Chance geben muss. Er ist eines dieser Glückskinder,
dieser Darlings, die es immer und überall gibt: Willy Brandt, Lady
Di, Tony Blair, Franz Beckenbauer. Die Sache ist allerdings die:
Macron muss liefern, er hat nichts weniger zu tun, als den
ökonomischen Bankrott Frankreichs zu verhindern. Dafür muss er das
Arbeitsrecht in einer Weise verändern, die den mächtigen
Arbeitnehmervertretungen die Tränen in die Augen treiben wird. Und
falls es dann hart auf hart geht, bricht sich der revolutionäre Geist
von 1789 wie von selbst Bahn, dann bebt die Straße, dann sind
Generalstreiks programmiert. Das könnte das eigentliche Stahlbad
sein, das Macron überstehen muss. Oder geht die Liebe der Franzosen
zu ihm so weit, dass sie auf Wohltaten wie kurze Arbeitszeit und
niedriges Rentenalter verzichten, ohne auf die Barrikaden zu gehen?
Wohltaten im Übrigen, die objektiv betrachtet jeden Staatshaushalt
dieser Welt, den französischen zumal, völlig überfordern. Jeder
Europäer muss, schon aus Eigeninteresse, Macron Erfolg wünschen. Aber
kein Mensch war je gegen Abstürze gefeit. Nicht einmal Beckenbauer.
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Datum: 12.06.2017 - 19:33 Uhr
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