Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik
Richterin beeinflusst? Schwere Vorwürfe gegen Justiz-Staatssekretär
ID: 1500680
(CDU) soll gegen die richterliche Unabhängigkeit verstoßen haben.
Nach Informationen der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung
(Sonnabendausgabe) wurde gegen ihn eine Dienstaufsichtsbeschwerde
eingereicht. Der 57-jährige politische Spitzenbeamte steht demnach
unter Verdacht, bei einer Richterin ein schnelles und eindeutiges
Urteil verlangt zu haben.
Konkret wird Böning nach Informationen der Zeitung vorgeworfen,
Ende Mai eine Richterin des Landgerichts Magdeburg angerufen und -
am Ende vergeblich - die Vorverlegung einer Berufungsverhandlung
verlangt zu haben. Der frühere Richter und Oberstaatsanwalt soll das
damit begründet haben, dass der Angeklagte "ein schlimmer Finger" sei
und schnell hinter Gitter müsse. Sollte der Vorwurf stimmen, dann
hätte Böning ein schnelles Urteil zu Ungunsten des Angeklagten
verlangt. Die Beschwerde hat nach MZ-Informationen der Richterrat -
ein Gremium aus fünf Richtern, ähnlich einem Betriebsrat - bei der
Justizministerin eingereicht mit der Bitte, einen Verstoß gegen die
Richterliche Unabhängigkeit zu prüfen.
Bei dem Angeklagten in besagtem Verfahren handelt es sich laut
Zeitung um Paul G., der aktuell vom Amtsgericht Quedlinburg zu einer
Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung verurteilt wurde. Dagegen hat
er Berufung eingelegt. Der 28-Jährige soll eine Elfjährige in
Quedlinburg überfallen und leicht verletzt haben. G. hatte 2008
ebenfalls in Quedlinburg eine junge Frau vergewaltigt und mit 20
Messerstichen schwer verletzt. Er wurde nach mehrjähriger
Jugendstrafe im Mai 2016 entlassen. G. ist Spross einer gewalttätigen
Familie: Sein Bruder verbüßt eine lebenslange Haft. Er hatte seinen
Vater erschossen, die Stiefmutter erschlagen und seinen Stiefbruder
durch einen Kopfschuss schwer verletzt.
Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) äußerte sich auf
Nachfrage der Zeitung nicht zu den Vorwürfen. "Ich bestätige den
Eingang einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Staatssekretär",
sagte ihr Sprecher Detlef Thiel dem Blatt. Die Ministerin äußere sich
aber nicht zu laufenden Vorgängen, "die sich gegen Personal ihres
Hauses oder des Geschäftsbereichs richten".
Im Landtag wird Keding sich äußern müssen. "Wenn hier versucht
wurde, in die Richterliche Unabhängigkeit einzugreifen, ist das
völlig indiskutabel in einem Rechtsstaat. Dann muss es politische
Konsequenzen geben", sagte Linken-Justizexpertin Eva von Angern der
Zeitung. Die Ministerin müsse zügig für Aufklärung sorgen.
Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de
Original-Content von: Mitteldeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.06.2017 - 02:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1500680
Anzahl Zeichen: 3080
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Halle
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 414 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik
Richterin beeinflusst? Schwere Vorwürfe gegen Justiz-Staatssekretär"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Mitteldeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben ist am Mittwoch aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Burg (Sachsen-Anhalt) entlassen worden. Das erfuhr die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung aus Sicherheitskreisen. Demnach hat Wohlleben den Rest seiner Haftstrafe abgesessen, zu der er 2018 im NSU-Proz
Steuern hinterzogen? Fiskus ermittelt gegen Influencer in Sachsen-Anhalt ...
Sachsen-Anhalts Finanzministerium befasst sich verstärkt mit der ordnungsgemäßen Besteuerung von Einnahmen aus Social-Media-Aktivitäten. Dabei sind die Ermittler auch auf Unregelmäßigkeiten gestoßen, wie Ministeriumssprecherin Nancy Eggeling der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung
AfD plant im Fall einer Regierung 150 bis 200 Posten-Neubesetzungen in Behörden ...
Im Fall einer Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt müssten Teile der Beamtenschaft in der Landesverwaltung um ihre Jobs bangen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Freitagausgabe). Demnach gibt es in der rechtsextremen Partei bereits Pläne, nach einem Sieg bei
Weitere Mitteilungen von Mitteldeutsche Zeitung
Kölner Stadt-Anzeiger: Maas warnt vor Generalverdacht gegen Muslime - Minister rügt Absage der Ditib an muslimischen Friedensmarsch ...
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat anlässlich des Friedensmarschs am Samstag in Köln vor einem "Generalverdacht" gegen Muslime gewarnt. "Die Grenzen verlaufen bei uns nicht zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, nicht einmal zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen. Wir zi
Rheinische Post: De Maizière kritisiert Ditib für Absage an Friedensmarsch ...
Unmittelbar vor dem heute in Köln geplanten Friedensmarsch von Muslimen gegen islamistischen Terror hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Absage des deutsch-türkischen Islamverbands Ditib kritisiert. "Teilnehmen wäre besser gewesen als abseits stehen", sagte de Maizi
Rheinische Post: Knapp jeder vierte Arbeitnehmer erhält Niedriglohn ...
Der Anteil der Arbeitnehmer, die in Deutschland einen Niedriglohn beziehen, ist im europäischen Vergleich hoch: So verdienen 22,5 Prozent der Beschäftigten weniger als 10,50 Euro pro Stunde und liegen damit unterhalb der Niedriglohnschwelle. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf A
Rheinische Post: Chef der Wirtschaftsweisen verlangt weitere Reformen von Athen ...
Nach dem Kompromiss zwischen der Eurogruppe und dem Internationalen Währungsfonds für weitere Griechenland-Hilfen hat der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, weitere Reformen von Athen verlangt. "Die europäischen Kreditgeber haben sich sehr weitgehend zu künftigen Schuldenerlei




