Stuttgarter Zeitung: Der Winter kommt
Landeshaushalt: Grün-Schwarz profitiert vom Steuersegen. Für etliche Jahre ist gesorgt. Nur nachhaltig ist das nicht.
ID: 1513461
entfalteten sich die Machtkämpfe in den sieben Königslanden bislang
bei meist passabler Witterung, doch begleitet das blutige Geschehen
Folge für Folge leitmotivisch die Warnung: "Der Winter kommt." Und
dieser Winter als Sinnbild der Gefahr, daran kann es keinen Zweifel
geben, wird düster sein. Wie von selbst eröffnet sich die Analogie
zum aktuellen landespolitischen Geschehen. Noch streicht eine warme
Sommerbrise durch Baden-Württemberg. Winfried Kretschmann sitzt auf
dem Eisernen Thron, das Steuergeld drückt durch Fenster und Fugen in
die Paläste. Kein Thronprätendent wagt sich aus der Deckung. Nur von
den schwarzen Wanderern der CDU sind Positionskämpfe zu vermelden.
Häuptlinge und Unterhäuptlinge zeigen einander ihre Folterwerkzeuge,
erproben sie auch. Das Publikum wird derweil mit Brot und Spielen -
Unsinn - mit Investitionen in die Zukunft beglückt. Im nächsten
Doppeletat hat Grün-Schwarz für fast alle im Land eine zusätzliche
Schnitte im Brotkorb. Neue Stellen hier, neue Stellen dort; die
Behörden werden außen saniert, und innen stehen wieder ein paar
Schreibtische mehr. Das Geld ist ja da, es wird auch für die nächsten
Jahre reichen. Doch auf die nächste Krise ist der Etat nicht
vorbereitet. Dabei weiß doch jeder: Der Winter kommt.
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Datum: 23.07.2017 - 19:57 Uhr
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