WAZ: Scheinheilig am Schaufelrad
- Kommentar von Tobias Blasius
zum Braunkohleprotest
ID: 1523820
Herbert Reul wird drei Kreuze schlagen, dass die Proteste im
Braunkohlerevier weitgehend glimpflich über die Bühne gegangen sind.
Der Krawalltourismus zuletzt beim Hamburger Gipfel hatte vor Augen
geführt, wie schnell eine Lage außer Kontrolle geraten kann. So
gelten eine überschaubare Zahl an verletzten Polizisten, eine
beträchtliche Störung der Unternehmensabläufe und ein Sachschaden in
mittlerer Höhe bereits als "Erfolg".
Betriebsblockaden sollte man dennoch nicht als Spielart der
Meinungsfreiheit akzeptieren. Zur Erinnerung: Im Rheinischen Revier
baut der gescholtene Klimasünder RWE keineswegs illegal Kohle ab und
verfeuert sie zu Strom, der an wind- und sonnenarmen Tagen sogar in
überzeugten Öko-Stuben gern genutzt wird. Der Energiekonzern stützt
sich vielmehr auf einen gültigen Rechtsrahmen, der jüngst in
Regierungsverantwortung auch von den Grünen ausdrücklich bestätigt
wurde.
Dass sich deren Spitzenkräfte nun vorn hinters Transparent stellen
und "Ende Gelände" rufen, fördert ganz ohne Schaufelradbagger eines
zu Tage: Scheinheiligkeit.
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Datum: 27.08.2017 - 19:35 Uhr
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