Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt/Politik
Neue ICE-Strecke: Wirtschaft und Wissenschaft im südlichen Sachsen-Anhalt hoffen auf Aufschwung
ID: 1559291
Sachsen-Anhalt erhoffen sich von der neuen ICE-Schnellfahrstrecke
Berlin-München, die am Freitag eröffnet wird, einen Aufschwung für
die Region. Die Trasse sei für den Landessüden "ein großer Gewinn",
sagte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD)
der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Mittwochausgabe).
Die Region Halle werde damit ihre Attraktivität als Arbeits- und
Wohnort erhöhen. Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen
werde es leichter fallen, hochqualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.
Von drei der größten Städte Deutschlands aus ist Halle künftig
per Bahn in kurzer Zeit erreichbar. Von Berlin brauchen die
schnellsten Züge nur etwas mehr als eine Stunde, von Frankfurt
(Main) zwei Stunden und 45 Minuten. Auf diese Spanne verkürzt sich
auch die Fahrzeit München-Halle, gut zwei Stunden weniger als
derzeit.
Davon will auch die hallesche Martin-Luther-Universität
profitieren. "Wir erwarten, dass es leichter wird, große Tagungen zu
gewinnen und durchzuführen", sagte der Prorektor für Forschung und
wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Michael Bron. Damit werde die Uni
auch für überregionale Kooperationspartner aus der Industrie
attraktiver.
Der Präsident des halleschen Instituts für Wirtschaftsforschung
(IWH), Reint E. Gropp, fordert mehr als die Zugstrecke. Halle brauche
eine Kampagne, um sein Image zu verbessern, sagte Gropp der Zeitung.
"Sonst wird hier auch künftig niemand aussteigen." Die schnelle
Anbindung werde nur funktionieren, wenn Halle es schaffe, die alten
Bilder von Armut und kaputter Chemie-Industrie "aus den Köpfe zu
tilgen", sagte der IWH-Präsident. Diese stimmten zwar nicht, seien
bei vielen Auswärtigen aber fest verankert.
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Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de
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Datum: 06.12.2017 - 02:00 Uhr
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