Rheinische Post: Kommentar /
Akademisierungswahn
= Von Antje Höning
ID: 1575927
sind mehr als 600.000 Menschen ohne Job. Zugleich gibt es immer mehr
Bereiche mit Fachkräftemangel. Das bekommen Verbraucher, die einen
Handwerker suchen, schon lange zu spüren. Wartezeiten bis zu 17
Wochen sind möglich. Für Kleinaufträge kommen manche Handwerker schon
gar nicht mehr, sie lassen Termine platzen, und auch beim Preis geht
es nach oben. So ist es, wenn die Dienstleistungsnachfrage das
Angebot übersteigt. Der alte Spruch vom Handwerk, das goldenen Boden
hat, bekommt da ganz neue Aktualität. Das kann der einzelne
Verbraucher beklagen, doch die Gesellschaft muss sich auch fragen, wo
sie die Weichen falsch stellt. Früher machte die Mehrheit der
Schulabgänger eine Lehre, heute zieht die Mehrheit ein Studium vor.
Doch mancher bunte Bachelor führt zu nichts, eine Lehre aber stets zu
einem Beruf, wenn nicht gar zum Meister. Das sollten sich auch Eltern
klarmachen, die ihr Kind um jeden Preis zum Abitur treiben.
Akademisierung ist gut, Akademisierungswahn macht Kinder und Standort
krank.
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Datum: 31.01.2018 - 21:18 Uhr
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