Westfalenpost: Ein vorläufiges Ja / Kommentar von Jens Helmecke zu Thyssenkrupp
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Jobs behalten. Natürlich! Das Votum für den Tarifvertrag, der
zwischen Gewerkschaft und Vorstand ausgehandelt wurde, belegt,
welchen Wert ein Arbeitsplatz für den Menschen hat und welche
Bedrohung es bedeutet, ihn möglicherweise zu verlieren oder
bestenfalls befristet zu haben. Stahlarbeiter legen traditionell
besonderen Wert auf Ehrlichkeit. Sie zu belügen, tut selten gut.
Deswegen ist die von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger angestrebte
Fusion mit dem indischen Riesen Tata-Steel auch noch keineswegs in
trockenen Tüchern. Aufsichtsrat Detlef Wetzel hat recht, neun Jahre
Beschäftigungssicherung und sehr hohe Investitionen in die deutschen
Standorte erscheinen spektakulär. Sie sind es aber nur, wenn das neue
Unternehmen tatsächlich auch auf gesunde Beine gestellt wird.
Ungeachtet dessen hat diese Fusion einen sehr hohen Preis. Dass eine
Jahrhunderte alte Stahltradition an der Ruhr verwässert, mag
vielleicht nur sentimentale Gemüter bewegen. Dass aber die
Montanmitbestimmung durch Verlegung des Unternehmenssitzes in die
Niederlande verloren geht, ist ein herber Verlust für das hohe Gut
Sozialpartnerschaft. Schuld ist die Vorstandsetage, nicht das Votum
der Beschäftigten.
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Datum: 05.02.2018 - 20:38 Uhr
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