NABU: GAP-Pläne der EU-Kommission sind ein Drama für die Artenvielfalt / Tschimpke: Merkel und Klöckner müssen dafür sorgen, dass für den Naturschutz ausreichend Mittel bereitgestellt werden
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erwarteten Gesetzesvorschläge für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)
vorgelegt. Das Kernstück der Reformvorschläge sieht eine massive
Renationalisierung der Entscheidungskompetenz über die
Agrarsubventionen vor. Fördergelder für den Naturschutz werden noch
immer nicht ausreichend bereitgestellt, obwohl hier eklatanten
Finanzierungslücken bestehen.
Dazu NABU-Präsident Olaf Tschimpke: "Die Pläne der EU-Kommission
sind ein Drama für die Artenvielfalt. Sie ignorieren auf geradezu
groteske Weise eine dringend erforderliche Zweckbindung von Geldern
für den Naturschutz. Mit der GAP wird sich eine neue Welle von
Subventionen für umweltschädliche und ineffiziente Formen der
Landwirtschaft über die Landschaft ergießen. So können die
Veränderungen nicht angegangen werden, die die Landwirtschaft in
Europa dringend braucht für eine nachhaltige Zukunft. Die
EU-Kommission zeigt mit diesen Vorschlägen, dass sie nicht vorhat,
entschieden gegen den vielfach wissenschaftlich belegten dramatischen
Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft vorzugehen. Es
werden keine zweckgebundenen Gelder für das europäische
Schutzgebietsnetzwerk Natura2000 bereitgestellt, stattdessen sind
Kürzungen für den Naturschutz vorgesehen. Das dringend nötige
Umsteuern zu einer nachhaltigeren Landnutzung ist mit diesen
Vorschlägen jedenfalls nicht möglich.
Mitgliedsstaaten und EU-Parlament müssen jetzt ran, um die
Artenvielfalt vor dem Kollaps zu retten. Frau Merkel, Frau Klöckner
und die deutschen EU-Parlamentarier müssen sicherstellen, dass auf
europäischer Ebene genügend Geld für den Naturschutz zur Verfügung
steht, dass die Landwirtschaft mit einer fundamentalen Umgestaltung
beginnen kann und dass das Konsumverhalten nachhaltiger ausgerichtet
wird. Es ist höchste Zeit, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger
in der Agrarpolitik der EU durchzusetzen."
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Datum: 01.06.2018 - 12:29 Uhr
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