Weser-Kurier: Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt beklagt zu lange Entscheidungswege
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Group über fehlende Unterstützung der europäischen Regierungen
beklagt hatte, spricht sich der neue Koordinator der Bundesregierung
für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, im Interview mit dem
WESER-KURIER (Donnerstagausgabe) für ein Umdenken aus. "Darüber
werden wir in der Regierung sprechen müssen. Auch, wie wir für
institutionelle Starts viel stärker auf eigene Raketen setzen", sagt
der CDU-Abgeordnete. Hintergrund ist, dass bei Raketenstarts der
US-Regierung auch nur Trägerraketen aus den USA genutzt werden
dürfen. Eine solche Regel gibt es in Europa nicht. Die Defizite in
der europäischen Raumfahrt hätten aber nicht nur mit staatlichen
Subventionen und Protektionismus zu tun, sondern auch mit einem
Rückstand bei technischen Entwicklungen. "Denn es gab tatsächlich
Sprünge in der Technologie, auf die wir reagieren müssen, etwa
wiederverwendbare Raketenstufen." Gleichzeitig kritisiert er, dass im
Vergleich zu US-Unternehmen wie SpaceX oder Blue Origin die
Entscheidungswege in europäischen Firmen zu lang seien. Zwar habe man
in Europa die neue Rakete Ariane 6 auf den Weg gebracht. "Wir müssen
aber weiter gehen und agiler werden", sagt Jarzombek. Gleiches gelte
auch für die Digitalisierung und New Space, also
privatwirtschaftlichen Aktivitäten an der Schnittstelle zwischen
Raumfahrt und IT. "Hier haben Vertreter der Internetwirtschaft die
Raumfahrt umgekrempelt. Darauf müssen wir in Europa die richtige
Antwort finden." Die europäischen Stärken sieht der Koordinator für
Luft- und Raumfahrt vor allem im Satellitenbau und in den
Anwendungen. "Hier haben wir gezeigt, dass Deutschland weltweit auf
einem Top-Level agiert." In seinem neuen Amt will Jarzombek vor allem
junge Raumfahrtunternehmen fördern. "Der Aufbau eines Ökosystems für
Luft- und Raumfahrt-Start-ups steht ganz oben auf meiner Agenda."
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Datum: 29.06.2018 - 05:00 Uhr
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