Rheinische Post: Im Umfragetief entdeckt die CSU die Mitte
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Im Schielen auf die AfD hatte die CSU im Frühsommer den Streit mit
der CDU eskalieren lassen und mit markigen Sprüchen ihr Terrain nach
rechts abzusichern versucht. Ihre Umfragen brachen daraufhin auf
breiter Front ein; nun stellt sie sich wieder konsequent als Partei
der Mitte auf. Das ist sehr im Sinne des Zusammenhalts der
Gesellschaft, also der Kernfunktion von Volksparteien. Aber es bleibt
zweifelhaft, ob der vernünftige Schwenk vier Wochen vor den Wahlen
der CSU die gewohnte alleinige Macht in Bayern sichert.
Positionswechsel haben die Wähler dem populären Landesvater Horst
Seehofer durchgehen lassen. Sein Nachfolger Markus Söder ist mit
seinen Sympathiewerten weit davon entfernt. Hinzu kommt die Frage,
wie glaubwürdig die neuen Töne wirken. Wenn Seehofer die
Schutzpflicht für Verfolgte betont, zugleich klarstellt, dass
Unberechtigte das Land verlassen müssen, dann klingt das schon ein
wenig nach der Kanzlerin. Und wenn der permanente Merkel-Kritiker
dann auch noch anpreist, wie er schrittweise mehr Ordnung in die
deutsche und europäische Migrationspolitik bekommt, und dafür wirbt,
ihm mehr Zeit für weitere Abkommen zu geben, dann fehlen im Grunde
nur noch drei Worte: "Wir schaffen das."
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Datum: 16.09.2018 - 20:21 Uhr
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