BERLINER MORGENPOST: So weit weg vom Bürger - Der faule Kuhhandel um Hans-Georg Maaßen steigert die Politikverdrossenheit, Leitartikel von Jörg Quoos
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Berlin hat klargemacht, wer im jüngsten Ränkespiel der großen
Koalition gewonnen hat. Horst Seehofer konnte selbstbewusst die
Beförderung seines umstrittenen Mitarbeiters zum Staatssekretär
vermelden. Gleichzeitig schickt er den einzigen SPD-Staatssekretär
mit 55 Jahren bei vollen Bezügen in Rente und gibt so der SPD-Chefin
noch einen mit. In der CSU sollte man sich über dieses abgezockte
Manöver und Maaßens trickreiche Beförderung am besten nicht zu laut
freuen. Denn nicht nur beim politischen Gegner ist das Entsetzen
groß. Die Art und Weise, wie der Streit um den
Verfassungsschutzpräsidenten gelöst wurde, hat eine breite Welle der
Entrüstung ausgelöst. Der Bürger versteht die Politik aus der
Hauptstadtblase noch weniger, und selbst viele, die Maaßens
Verfehlung für lässlich hielten, sind total empört über den teuren
Kuhhandel. Noch so ein fauler Kompromiss der großen
Regierungsparteien und die AfD braucht nicht mal mehr Plakate kleben.
Es ist nämlich genau diese Bürgerferne, die den Extremen die Menschen
zutreibt und die notwendige Glaubwürdigkeit verspielt.
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Datum: 19.09.2018 - 21:31 Uhr
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