Allg. Zeitung Mainz: Knockout? / Reinhard Breidenbach zum Brexit
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Asterix und Obelix kann man sich die Sache nicht machen. Allerdings:
Etwas mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt schon drin, in diesem
Satz. Man muss sich das immer wieder vor Augen halten, damit es
möglichst nicht noch einmal passiert. Hasardeure wie der Londoner
Ex-Bürgermeister und Ex-Außenminister Boris Johnson als Anführer der
Pro-Austritts-Front agitierten und logen, dass sich die Balken bogen.
Und dann kam es zu einer Ausstiegsentscheidung, die dem Muster
folgte, die gerne im Boxsport erzählt wird: A kämpft gegen B, und ein
Ringrichter denkt, die Sache steht doch so klar für A, dass keiner
der anderen für B votiert. Also votiert er für B, nur mal so.
Dummerweise denken die anderen Ringrichter genauso. Und am Ende
gewinnt der Falsche. Ob es beim Brexit am Ende zu einem Knockout
kommt, steht noch nicht fest. Aber verlieren werden nicht nur die
Briten; allerdings wird es sie ganz besonders hart treffen. Nicht nur
wirtschaftlich, aber natürlich auf ganz besondere Weise
wirtschaftlich. Deshalb wird jetzt fieberhaft über Handelsfragen
diskutiert. Verständlich, dass Theresa May das Beste für ihre
Regierung herausholen will, zumal sich ihr eigenes politisches
Schicksal an der Brexit-Frage entscheidet. Verständlich allerdings
auch, dass der "Rest" der EU eine Rosinenpickerei der Briten nicht
zulassen kann. Ein gravierendes Versäumnis Londons besteht darin,
eine Wiederholung der Brexit-Befragung bislang explizit
auszuschließen. Aus Angst vor Gesichtsverlust? Eigen sind sie schon,
die Briten.
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Datum: 20.09.2018 - 18:38 Uhr
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