neues deutschland: Vernachlässigte Großstädte - Kommentar zum Wohngipfel der Bundesregierung
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Problem der explodierenden Mieten in deutschen Städten offenbar
nicht. So kündigte sie zwar den Wohngipfel, der am am Freitag
stattfand, mit viel Pomp an. Doch was sie da präsentierte, war
Altbekanntes und lässt daran zweifeln, dass die Bundesregierung damit
des Problems Herr wird.
Vielleicht sind vor allem der Union die Großstädte auch ziemlich
egal. Denn wie Merkel richtig anmerkte, gilt es, an der »richtigen
Stelle« bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. So stehen auf dem Land noch
genug Wohnungen leer. Das Mietenproblem ist vor allem ein Problem der
Städte. Doch da wird vor allem links gewählt. Den Großteil ihrer
Wähler rekrutieren CDU und CSU maßgeblich auf dem Land. Warum also
Maßnahmen gegen die Wohnungsnot in den Städten beschließen, wenn es
die eigene Kernklientel nicht goutieren wird, weil es auf dem Land
genügend Wohnungen gibt?
So bringt selbst besserverdienenden Familien in der Stadt das
Baukindergeld nicht wirklich etwas. Bei Immobilienpreisen von 6000
Euro pro Quadratmeter können sie sich pro Kind umgerechnet nur zwei
Quadratmeter von der Förderung leisten - gerade mal genug, um ein
Bett aufzustellen. Auf dem Land kriegt man da vermutlich schon mehr.
So verstärkt die Bundesregierung nicht nur die Spaltung von Arm und
Reich. Sie lässt auch die Großstädte mit ihren Problemen links
liegen.
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Datum: 21.09.2018 - 17:40 Uhr
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