Westfalenpost: Von gestern / Kommentar von Martin Korte zum Thema Diesel/E-Mobilität
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Erpressungsversuch? Volkswagen-Chef Diess sagt den Abbau von
100 000 Arbeitsplätzen im VW-Konzern voraus, sollten die
verschärften Kohlendioxid-Vorgaben der EU Realität werden. Und
überhaupt: E-Autos, die von schmutzigem Kohlestrom angetrieben
würden, seien aus Sicht des Klimaschutzes ein Witz. Gut, bei dem
letzten Argument liegt er inhaltlich nicht ganz falsch. Trotzdem
fährt sein Unternehmen, das uns den ganzen Abgasskandal schließlich
erst eingebrockt hat, ein gigantisches Ablenkungsmanöver. Diess weiß
ganz genau, dass zum Beispiel China E-Autos per Quotierung und
Subventionierung millionenfach in den Markt schiebt. Natürlich will
VW dort mitmischen - ohne sich dafür zu interessieren, wie im Reich
der Mitte der Strom erzeugt wird. Deutschland gibt bei der Zukunft
der Mobilität längst nicht mehr die Richtung vor. Auch
Verkehrsminister Scheuer ist ein Mann von gestern: Er lehnte im
Bundestag Bußgelder für die Hersteller mal wieder ab. Das Anbiedern
an die Konzerne bringt nichts. Für Kohlendioxid-Strafzahlungen ist
Brüssel zuständig.
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Datum: 11.10.2018 - 22:03 Uhr
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