Zugangserschwerungsgesetz aufheben - Kinderpornografie konsequent bekaempfen
ID: 166325
Zugangserschwerungsgesetz aufheben - Kinderpornografie konsequent bekaempfen
Es ist fuer uns ein zentrales Ziel, kinderpornografische Inhalte nachhaltig aus dem Netz zu entfernen. Es war allerdings ein Fehler, dass die grosse Koalition dabei im vergangenen Jahr auch auf das Instrument der Internetsperren gesetzt hat - wenn auch nur als Ultima Ratio. Denn solche Internetsperren sind technisch leicht zu umgehen, beseitigen nicht die eigentlichen Inhalte und entfalten in erster Linie eine symbolische Wirkung. Gleichzeitig wecken sie bei vielen Menschen die Sorge vor einer Internetzensur. Wir muessen erkennen: Auch wenn gerade dies nicht beabsichtigt war, so hat die Politik doch insgesamt einen Glaubwuerdigkeitsverlust erlitten. Aus diesen Gruenden bringen wir heute einen Gesetzentwurf in den Bundestag ein, um das Zugangserschwerungsgesetz zuegig aufzuheben, das am 23. Februar 2010 in Kraft getreten ist.
Es ist richtig, statt auf Internetsperren konsequent auf das Prinzip "Loeschen statt Sperren" zu setzen. Das Loeschen ist in Deutschland bereits nach bisheriger Rechtslage auch ohne ein besonderes Gesetz unproblematisch moeglich, geboten und gaengige Praxis. Zu einer erfolgreichen Bekaempfung kinderpornografischer Inhalte im Netz gehoeren daneben eine Vielzahl von weiteren Massnahmen, insbesondere eine bessere Ausstattung der Polizei und eine intensive internationale Zusammenarbeit. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie nun endlich konsequent entsprechende Massnahmen ergreift. Bisher haben wir viele Ankuendigungen und nur wenig Taten gesehen.
Es ist zu begruessen, dass auch die Bundesregierung das Prinzip "Loeschen statt Sperren" anerkennt. Es ist allerdings abenteuerlich und verfassungsrechtlich nicht akzeptabel, worauf sich Union und FDP geeinigt haben: Naemlich das Zugangserschwerungsgesetz faktisch fuer ein Jahr nicht anzuwenden. Ein Gesetz kann durch Regierungsanweisung nicht einfach ausgesetzt werden.
Die SPD-Bundestagsfraktion appelliert an die Koalitionsfraktionen, von jeglichen symbolischen und rechtstaatlich bedenklichen Handlungen Abstand zu nehmen.
Stattdessen fordern wir nicht nur die Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes sondern auch die unverzuegliche Aufhebung aller einschlaegigen BKA-Vertraege mit deutschen Internetprovidern, durch die eine Sperrinfrastruktur bereits unabhaengig vom Gesetz aufgebaut wurde.
© 2010 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 26.02.2010 - 04:17 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 166325
Anzahl Zeichen: 2961
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 271 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Zugangserschwerungsgesetz aufheben - Kinderpornografie konsequent bekaempfen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SPD-Bundestagsfraktion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bekommt ein Update. 20 Jahre nach der Einführung haben sich das Antidiskriminierungsrecht und die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle bewährt. Das AGG leistet einen zentralen Beitrag zu Fairness am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche und im Zivilrecht
Zum Anne-Frank-Tag: Demokratiebildung und Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar ...
Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank geboren. Seit zehn Jahren organisiert das Anne-Frank-Zentrum den bundesweiten Anne-Frank-Tag als Aktionstag an Schulen. Unter dem Motto "Geschichten erzählen" stellt das Anne-Frank-Zentrum kostenlose Lernmaterialien für Schulen bereit, die den Schülerin
BAföG-Reform muss zum Wintersemester kommen ...
In die Ausbildung junger Menschen zu investieren, fördert auch die Fairness zwischen den Generationen. Gleichzeitig legt es den Grundstein für künftigen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, denn Studierende und Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen. Deshalb muss die BAföG-Reform zu
Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion
Schavan: Spitzencluster-Wettbewerb geht in die dritte Runde ...
chrangige Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft treffen sich in Berlin zur Clusterkonferenz 2010 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat die Konferenz am Donnerstag eröffnet. Gemeinsam mit dem Juryvorsitzenden und Sprecher
LINK / RUPPERT: Island muss vor Beginn der Beitrittsverhandlungen noch Hausaufgaben erledigen ...
BERLIN. Zur Empfehlung der Europäischen Kommission, Beitrittsverhandlungen mit Island aufzunehmen, erklären der europapolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Michael LINK und der zuständige Berichterstatter Stefan RUPPERT: Die FDP-Bundestagsfraktion sieht Island eindeutig als zukünftig
Es geht um mehr als Sprudelwasser: EuGH-Urteil bekräftigt Zwei-Staaten-Lösung in Nahost ...
"Der EuGH erteilt der faktischen Annexionspolitik des Westjordanlands durch Israel eine klare Absage" erklärt der europapolitische und mittelstandspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Diether Dehm, zum heutigen Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das die Forderung des Sprudelhe
Bundesregierung muss Zukunftsstrategie zur Infrastrukturfinanzierung vorlegen ...
Zur ersten Lesung des Antrags "Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sichern - Deutschland braucht eine moderne Zukunftsstrategie zur Infrastrukturfinanzierung" erklaert der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Uwe Beckmeyer: Die Bundesregierung laeuft sehenden




