Rheinische Post: Kommentar /
Kohleausstieg Ja, Subventionitis Nein
= VON BIRGIT MARSCHALL
ID: 1663318
Zukunftsperspektiven erhalten, keine Frage. Der Kohleausstieg wird
also für Stromverbraucher und Steuerzahler teuer, sehr teuer. Diese
Investition lohnt sich aber nur dann, wenn ein gesellschaftlicher
Konsens über den Kohleausstieg wirklich gelingt und dann auch Bestand
hat. Was nicht geht, ist, die Regionen um jeden Preis zu
subventionieren oder blind unsinnige Projekte für sie zu planen. Die
Kohle-Regionen bei Strukturentscheidungen grundsätzlich zu
bevorzugen, kann im Einzelfall ökonomisch unsinnig sein, wenn etwa
Verkehrswege woanders dringender gebraucht werden. Von leeren
Autobahnen oder Zügen hat die Nation nichts. Klüger wäre, konkret bei
den Menschen vor Ort anzusetzen. Was brauchen die Kohle-Kumpel und
ihre Familien, was brauchen Anwohner, Dienstleister und Zulieferer an
persönlicher Unterstützung? Hier wird der Fokus eher auf besserer
Bildung und Weiterbildung liegen müssen als auf Subventionen für
Unternehmen und hohen Entschädigungen für Energiekonzerne. Zwei
Drittel der heute betroffenen RWE-Mitarbeiter werden laut einer
Studie in den kommenden Jahren ohnehin in den Ruhestand gehen. Mehr
Probleme kommen auf Kommunen, Zulieferer und Dienstleister zu.
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Datum: 23.10.2018 - 20:52 Uhr
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