Allg. Zeitung Mainz: Integration? / Reinhard Breidenbach zur Islamkonferenz
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eigenen Klientel und der Stammtische andere mutwillig vor den Kopf zu
stoßen. Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, hatte Horst Seehofer
im März gesagt, zu Beginn seiner Innenminister-Amtszeit, die sich nun
vielleicht überraschend schnell dem Ende zuneigt. Keine ideale
Voraussetzung für eine neue Runde der Islamkonferenz, die 2006 ihren
Anfang nahm. Damals sagte der Innenminister Wolfgang Schäuble: "Der
Islam ist Teil Deutschlands." Damit vermied er jedenfalls eine
generell schlechte Strategie, nämlich Konferenzteilnehmer vorab zu
verurteilen. Was nicht bedeutet, dass man sich um Klartext drücken
sollte. Schäubles Nach-Nachfolger Hans-Peter Friedrich, wie Seehofer
der CSU zugehörig, betonte in der Konferenz den Aspekt
"Extremismusbekämpfung". Dafür wurde er oft gescholten - dabei war es
eins der wenigen Dinge, die Friedrich richtig machte als
Innenminister. Die Konferenz tritt für Dialog ein, um die Integration
muslimischer Mitbürger zu fördern. Ein guter Ansatz. Ob - und wann -
er gelingen kann, muss sich zeigen. Denn ohne ein
unmissverständliches Bekenntnis der muslimischen Mitbürger zu den
Werten des Grundgesetzes ist eine Integration, die den Namen
verdient, nicht möglich. Dabei geht es insbesondere um den Artikel 3,
Absatz 2 unserer Verfassung: "Männer und Frauen sind
gleichberechtigt." Ein Islam, der Menschen in Deutschland integriert,
muss in jedem Fall unbeeinflusst sein von ausländischen Regierungen.
Darüber muss, mit oder ohne Seehofer, geredet werden. Und auch über
Extremismusbekämpfung.
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Datum: 27.11.2018 - 18:31 Uhr
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