Rheinische Post: Abrüstungschancen
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Gegenseitige Schuldzuweisungen, wer das INF-Abrüstungsabkommen aus
dem Jahr 1987 zuerst gebrochen hat, führen in die Irre. Es darf auf
jeden Fall kein erneutes atomares Wettrüsten zwischen Washington und
Moskau geben. Aus diesem Grunde muss der Vertrag über die Begrenzung
von Reichweiten von Marschflugkörpern angepasst und nicht abgeschafft
werden.
Seit 1987 hat sich die Welt dramatisch verändert. Mit dem
Aufkommen Chinas zur globalen Wirtschafts- und zu einer bestimmenden
und weiter erstarkenden Militärmacht im pazifisch-asiatischen Raum,
muss eine neue Sicherheitsarchitektur her, nicht nur für die
Anrainer-Staaten, sondern auch für Russland. Außerdem spielt
Nordkorea mit dem atomaren Feuer. Der Iran wird dessen ebenfalls
verdächtigt, er testete gestern eine neue Mittelstreckenrakete. Wer
den INF-Vertrag daher retten will, muss ihn global ausweiten. Das
wäre dann auch eine Chance für Europa und die Nato. Sie müssen
diplomatisch initiativ werden und nicht dauernd beklagen, Europa
dürfe nicht zur Bühne eines erneuten Wettrüstens werden.
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Datum: 03.02.2019 - 20:22 Uhr
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