Zusammenschluss von Strafverfolgungsbehörden bekämpft Internetverbrechen gegen Kinder auf Philippinen
ID: 1700441
Strafverfolgungsbehörden haben sich zusammengeschlossen, um das erste
philippinische Internet Crimes Against Children Center (PICACC) im
Camp Crame am 27. Februar 2019 zu eröffnen. Das PICACC dient als
zentrale Anlaufstelle und unterstützt die Behörden bei der
Fallarbeit, um vor allem den sexuellen Missbrauch von Kindern durch
das Internet zu bekämpfen - ein wichtiger Schritt, um dem wachsenden
grenzüberschreitenden Verbrechen effektiv begegnen zu können.
Die sexuelle Ausbeutung von Kindern über das Internet ist aktuell
eine der alarmierendsten Formen des Menschenhandels auf den
Philippinen. Die UN und UNICEF sprechen von einer "Epidemie", die auf
den Philippinen derzeit ihr "globales Epizentrum" habe.
Pädokriminelle aus aller Welt können online den sexuellen Missbrauch
von Kindern steuern, ansehen und bezahlen. Straftäter auf den
Philippinen missbrauchen die Kinder vor der Webkamera oder dirigieren
die Kinder untereinander.
Allein 2017 erhielten die Philippinen 45.645 Hinweise auf Fälle.
Seit 2016 unterstützt die Nichtregierungsorganisation International
Justice Mission (IJM) die Polizei landesweit bei der Ermittlung und
Strafverfolgung. Zusammen konnten sie bereits 450 Kinder befreien,
etwa die Hälfte von ihnen war 12 Jahre alt oder jünger. Ebenso
konnten 191 mutmaßliche Täter verhaftet und 55 Täter auf den
Philippinen verurteilt werden. Immer wieder sind auch deutsche Täter
involviert.
"Die sexuelle Ausbeutung von Kindern über das Internet ist ein
Verbrechen, das keine Grenzen kennt," so Reynaldo Bicol, Leiter des
IJM-Büros in Manila. "Dies erfordert einen robusten globalen Ansatz
in der Strafverfolgung." Die Gründung des PICACC soll ein regionales
Zentrum mit Modellcharakter für gemeinsame Anstrengungen der
philippinischen und ausländischen Strafverfolgungsbehörden zur
Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern über das Internet
werden.
Bereits beteiligt sind das Philippine National Police Women and
Children's Protection Center (PNP WCPC), die Abteilung zu
Menschenhandel des National Bureau of Investigation (NBI AHTRAD), die
Australian Federal Police (AFP) und die United Kingdom National Crime
Agency (UK NCA). Das Center arbeitet in offizieller Partnerschaft mit
IJM.
Auch von deutscher Seite müsse mehr getan werden, um Kinder vor
sexueller Ausbeutung über das Internet zu schützen, so Dietmar
Roller, Vorstandsvorsitzender von IJM Deutschland. "In Deutschland
sitzen die Täter in der Sicherheit ihrer vier Wände. Wir müssen das
Schweigen brechen. Die Kinder im Dunkeln brauchen eine Lobby."
Kontakt und Anfragen für Interviews:
Judith Stein: 030 246 369 013 oder jstein@ijm-deutschland.de
www.ijm-deutschland.de
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Datum: 28.02.2019 - 07:45 Uhr
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