Regelungen im GSAV nachbessern (FOTO)

Regelungen im GSAV nachbessern (FOTO)

ID: 1712854

(ots) -
Morgen (Mittwoch) befasst sich der Gesundheitsausschuss des
Bundestags in seiner öffentlichen Anhörung mit dem Gesetz für sichere
Arzneimittelversorgung (GSAV). Dazu sagt Dr. Martin Zentgraf,
Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen
Industrie (BPI) e.V.: "Das Gesetz kommt seiner Zielsetzung ein ganzes
Stück näher, wenn klarer geregelt wird, wie Rückrufkompetenzen in
Fällen von Qualitätsmängeln oder Fälschungen ausgeübt werden.
Eindeutige Regelungen, bundeseinheitliche Standards, ausreichend
qualifizierte Fachkräfte in den Landesbehörden sind erforderlich. Zu
unbestimmt bleiben im Entwurf die Regelungen zu Rabattverträgen,
konkrete Vorgaben zum Beispiel der Mehrfachvergabe und einer
europäischen Herstellungsstätte bringen tatsächlich ein Mehr an
Versorgungssicherheit. Auf Änderungen bei Biosimilars und Orphan
Drugs sollte besser verzichtet und dafür die Importförderklausel
gestrichen werden.

Rabattvertragsregelungen

Zentgraf: "Die geplanten Rabattvertragsregelungen im GSAV sind
unklar und daher ungeeignet." Für eine bedarfsgerechte Versorgung
muss konsequent die Vergabe an mehrere pharmazeutische Unternehmen
sichergestellt werden und hier der Produktionsstandort Europa
gesondert berücksichtigt werden. Für den konkreten Fall der
versorgungsrelevanten Wirkstoffe mit weniger als vier Anbietern
fordert der BPI, dass Rabattverträge, Openhouse-Vereinbarungen oder
andere Kassen-Konstruktionen, die den Preisdruck weiter erhöhen,
ausgesetzt werden.

Biosimilars

"Die Aut-idem-Regelung für Biosimilars auf Apothekenebene für
solche Wirkstoffe, für die der G-BA über die therapeutische
Gleichwertigkeit positiv entschieden hat, begegnet Problemen bei der
Nachverfolgbarkeit von Nebenwirkungen. Dieses Problem ist so nicht
behoben. Außerdem wird die Regelung zu einem Preisdruck führen, mit


Konsequenzen, wie wir sie aus dem Rabattvertragsmarkt kennen", so
Zentgraf. Mittelfristig wird sich auch die Biosimilars-Produktion aus
Europa verabschieden. Das gefährdet den Produktionsstandort
Deutschland und damit die Versorgung der Patienten.

Orphan Drugs

Das GSAV will massiv in die Orphan-Drug-Gesetze eingreifen: Der
Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll bei der frühen Nutzenbewertung
von Orphan Drugs die Möglichkeit erhalten, ohne weitere gesetzliche
Anleitung Anwendungsdaten zu verlangen, und dabei auch die Verordnung
auf teilnehmende Vertragsärzte und Einrichtungen zu beschränken. "Die
geplanten Änderungen widersprechen dem erklärten politischen Ziel,
die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen zu verbessern",
so Zentgraf. "Bei den geplanten Änderungen geht es unter dem
Deckmantel wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns vor allem darum,
Grundlagen für weitere Kostensenkungen zu schaffen."

Importförderklausel

"Mit der Abschaffung der Importförderklausel käme das BMG seinem
Ziel nach mehr Sicherheit ein ganzes Stück näher", so Zentgraf. Eine
Kompromisslösung wird die Sicherheitslücken im Parallelhandel nicht
schließen.

Zentgraf: "So wichtig und richtig der Grundgedanke des
Gesetzesentwurfes ist: Die geplanten Neuregelungen gehen zum Teil in
die falsche Richtung, zum Teil sind sie schlichthin kontraproduktiv.
Das Bundesgesundheitsministerium muss das GSAV nachbessern."



Kontakt:
Julia Richter (Pressesprecherin), Tel. 030 27909-131, jrichter@bpi.de

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Die Knochen-Docs - und wie es weiterging / Die Geschichte von Johanna und Felix / Reportage am Mittwoch, 17. April 2019, 21 Uhr im SWR Fernsehen (FOTO) Gourmet-Wachteleier aus fragwürdiger Haltung /
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.04.2019 - 11:57 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1712854
Anzahl Zeichen: 3948

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Gesundheitswesen - Medizin



Diese Pressemitteilung wurde bisher 318 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Regelungen im GSAV nachbessern (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Kinderarzneimittel: GKV-Spargesetz - ein verheerendes Signal ...
Das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) gefährdet die Versorgung von Kindern mit Arzneimitteln. "Wer nur das Billigste will, verhindert, dass bekannte Wirkstoffe, die dringend auch für Kinder benötigt werden, kindgerecht weiterentwickelt und als Kinderarzneimittel zugelas

EU einigt sich: Ein kleiner Schritt weg vom "Prinzip billig" ...
"Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein kleiner." Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), Dr. Kai Joachimsen, die heutige EU-Einigung zum Critical Medicines Act (CMA). "Was heute beschl

Reformagenda droht Fehlstart: GKV-Spargesetz fördert De-Industrialisierung ...
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz will die Bundesregierung ihre lang angekündigte Reformpolitik beginnen. Nach Auffassung des BPI-Vorsitzenden Oliver Kirst droht ein Fehlstart: "Der Gesetzentwurf ist ungerecht, unausgewogen und schadet dem Standort." Der Koalitionsvertrag sei


Weitere Mitteilungen von BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie


Die Knochen-Docs - und wie es weiterging / Die Geschichte von Johanna und Felix / Reportage am Mittwoch, 17. April 2019, 21 Uhr im SWR Fernsehen (FOTO) ...
Es waren spannende Geschichten und berührende Schicksale, die die SWR Dokuserie "Die Knochen-Docs" vor einigen Jahren präsentierte: von schwerkranken Patienten, die in der Orthopädischen Klinik der Universität Heidelberg behandelt wurden, und von Operateuren, die sich in riskant

"Maischberger" am Mittwoch, 10. April 2019, um 23:00 Uhr ...
Das Thema: Misstrauen gegen Schulmedizin: Weiße Kittel, nein danke? Es war lange undenkbar: Eltern weigern sich, ihre Kinder impfen zu lassen. Die WHO betrachtet Impfgegner mittlerweile als globale Bedrohung. Schulmediziner sind entsetzt. Ist der Impfstreit ein Symptom dafür, dass sich i

Neue zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen konkretisiert / KZBV und GKV-SV einigen sich auf neue Leistungen für Kleinkinder ...
Gesetzlich krankenversicherten Kleinkinder zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat stehen ab 1. Juli 2019 drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen zur Verfügung. Wie Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) mitteilten, wurde sowohl be

Frühlingssonne: UV-Strahlung richtig einschätzen! Deutsche Krebshilfe und ADP geben Tipps für richtigen Sonnenschutz (FOTO) ...
Endlich Frühling! Sonnige, warme Tage laden zum Verweilen im Freien ein: Rad fahren, spazieren gehen, entspannen auf dem Balkon oder im Straßencafé. Dabei können die milden Temperaturen schnell über die Intensität der potenziell hautkrebserregenden UV-Strahlung hinwegtäuschen. Diese i


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z