WAZ: Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff bereitet Konzern auf Einschnitte vor
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Beschäftigten des Essener Traditionskonzerns auf massive
Veränderungen ein. "Unsere wirtschaftliche Lage ist heute schlechter,
als wir es vor einem Jahr erwarten konnten", sagte Kerkhoff der
Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Donnerstagausgabe). Der
Konzern gebe derzeit mehr Geld aus, als er einnehme. "Das kann so
nicht bleiben."
Dass die seit dreieinhalb Jahren geplante Stahlfusion mit dem
indischen Hersteller Tata in Europa am Widerstand der
EU-Wettbewerbshüter gescheitert sei, wirke sich negativ aus, sagte
Kerkhoff. "Die aus dem Zusammenschluss erhofften positiven Effekte
wird es nun nicht geben. Darauf müssen wir reagieren." Sein Ziel sei
es nun, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern einen neuen Plan für
das Stahlgeschäft zu entwickeln. Von der Entscheidung der
EU-Kommission zeigte sich Kerkhoff zutiefst enttäuscht. "Im
Werkstoff- und Stahlgeschäft ging und geht es darum, überlebensfähig
zu bleiben. Und ganz sicher nicht darum, mit Größe Kunden über den
Tisch zu ziehen."
Mit einem Börsengang der Aufzugsparte soll möglichst bald Geld in
die Konzernkasse kommen. Ziel ist auch eine Holding-Struktur mit
einer kleineren Konzernzentrale und unabhängigeren Geschäften rund um
Autoteile, U-Boote und Industrieanlagen. Dies sei nicht
gleichzusetzen mit einer Zerschlagung, beteuerte Kerkhoff. "Es steht
jetzt nicht alles auf der Verkaufsliste." Thyssenkrupp sei aber
offen, bei möglichen Kooperationen mit anderen Unternehmen die
Mehrheit an Geschäftsbereichen abzugeben. Für den Stahl könne er sich
nach wie vor Fusionen vorstellen, betonte Kerkhoff. Mit Blick auf ein
mögliches Zusammengehen mit dem niedersächsischen Stahlkonzern
Salzgitter und die Schaffung einer "Deutschen Stahl AG" sagte er:
"Wir sind offen für Konsolidierungen, die Sinn ergeben."
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Datum: 16.05.2019 - 05:00 Uhr
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