Allg. Zeitung Mainz: Mandat zurück / Markus Lachmann zum Fall Held
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Marcus Held vor gut zwei Jahren an die Presse. Ein anonymes Schreiben
befand sich im Umlauf; es bezichtigte den Oppenheimer Bürgermeister
diverser Straftaten. Aus heutiger Sicht muss man Held korrigieren: Es
handelt sich um einen Fall von Selbstzerstörung. Hemdsärmelig,
trickreich, oft in der Grauzone und möglicherweise darüber hinaus,
hat der Jurist viele Jahre lang in der rheinhessischen Stadt agiert.
Der Landesrechnungshof hat akribisch aufgeführt, wie die Stadt trotz
roter Zahlen über Jahre aus dem Vollen geschöpft hatte. Wo blieb die
Kontrolle? Dabei schuf sich Held, der Kommunikator, ein Netzwerk von
Abhängigkeiten. Einige aus diesem Netzwerk hielten dem SPD-Mann bis
zum Schluss die Treue. Was die juristischen Vorwürfe betrifft, so hat
darüber nun ein Gericht zu entscheiden. Moralisch haben die
Parteifreunde aber bereits ihr Urteil gefällt. Dass Held ein
Grundstück gekauft hatte, der Stadtrat es aufwertete und der
Bürgermeister dieses dann für das Doppelte an eine karitative
Einrichtung verkaufte, ist den Genossen auch über Rheinhessen hinaus
sauer aufgestoßen. Wie man hört, sei das ein Bruch mit den
Grundsätzen, wofür die SPD stehe, auch in puncto Offenheit und
Transparenz. Man ist sauer, dass sich Held in die Listenaufstellung
für die Bundestagswahl rettete. Marcus Held sollte nun endlich die
Konsequenzen ziehen und sein Bundestagsmandat abgeben. Ein
Bundestagsabgeordneter hat die Interessen der Bürger zu vertreten und
nicht nur die eigenen, so wirtschaftlich nachvollziehbar sie auch
sein mögen.
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Datum: 12.07.2019 - 19:41 Uhr
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