BERLINER MORGENPOST: Müllsammeln als Touri-Event / Kommentar von Sebastian Geisler

BERLINER MORGENPOST: Müllsammeln als Touri-Event / Kommentar von Sebastian Geisler

ID: 1745000
(ots) - Nein, es ist wieder mal kein Aprilscherz: Im
Mauerpark und Ernst-Thälmann-Park sollen künftig "Clean-up-Touren"
stattfinden, also Touristen mit Führern Müll sammeln dürfen. Das soll
Berlin-Besucher dazu bringen, sich "zugehörig" zu fühlen und mehr auf
Sauberkeit zu achten, denn sie hinterlassen angeblich viel Müll und
die Berliner räumen ihnen hinterher. Wirklich? Ich glaube kaum, dass
es Touristen sind, die in Berlin ihre Autoreifen und ollen Matratzen
im Gebüsch entsorgen, mir scheint Berliner Laissez-faire die Ursache.
Ursprünglich könnte das Prinzip auf "Die Abenteuer des Tom Sawyer"
zurückgehen: Tom muss als Strafe einen Zaun anstreichen. Am Ende
macht er den Straf-Job Passanten schmackhaft, von denen er dann auch
noch Geld kassiert.

So könnte es auch in Berlin laufen. Wie wäre es: Mit dem
Kammerjäger auf Rattenjagd. Es ist schließlich eine spannende
Aufgabe, in Schächten Gift auszulegen. 19 Euro Unkostenbeitrag
sollten drin sein, erst wer das Ärgernis Rattenbefall selbst erlebt
hat, gehört in Berlin richtig dazu!

Oder: Schwarzfahrer kontrollieren in der BVG. "Aktion
Angstschweiß": Spüren Sie Menschen ohne Ticket nach. Besser als
Fernsehen! Oder: Clan-Kontrolle mit der Polizei in Neuköllns
Shisha-Bars. Schutzwesten müssen die Teilnehmer selbst mitbringen.
Der aktuelle Fall der "falschen Polizistin" zeigt: Interessenten gäbe
es!

Und könnten nicht vielleicht sogar Besucher für, sagen wir, 100
Euro eine echte Unterrichtsstunde an einer Berliner Schule halten
dürfen? Oder für 200 Euro mal einen BVG-Bus (die "großen Gelben")
durch die Stadt steuern und dabei richtige Fahrgäste befördern? Es
gäbe so viele Möglichkeiten!

Insofern der Appell: Lasst uns gute Ideen nicht gleich zerreden
und vorschnell zu Realsatire erklären. Kommt ruhig her, liebe


Touristen, und sammelt unseren Müll. Wir machen Euch ein faires
Angebot



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Gute Lösung für Straßenbau-Streit 
= Von Thomas Reisener Rheinische Post: In NRW fehlen 188 Millionen Euro für Schwimmbadsanierungen
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Datum: 14.08.2019 - 21:26 Uhr
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