Offener Brief: Veröffentlichung der Adressen für Bewerber*innen auf kommunale Mandate
ID: 1759490
Veröffentlichung der Adressdaten von Bewerbern auf den Stimmzetteln.
Mit diesem offenen Brief an die Landesregierung fordert die Partei
dazu auf diese Praxis zu beenden. Der Brief wurde dem
Innenministerium und dem Staatsministerium am 05.10.2019 elektronisch
zugestellt.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die kommunale Wahlordnung schreibt vor, dass die vollständige
Adresse der Bewerber*innen auf den Stimmzetteln abgedruckt werden
muss (§ 24 Absatz 1 Satz 3 Nummer 2 und Absatz 3Satz 2 KomWO). Diese
Praxis jedoch stößt bei uns Unterzeichner*innen auf Bedenken. Immer
wieder werden Politiker*innen persönlich angegriffen, die Arbeit und
die Sicherheit dieser wird somit eingeschränkt. Die Veröffentlichung
der Adresse schreckt mögliche Bewerber*innen davon ab, ihr passives
Wahlrecht in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus besteht das Potenzial
des Datenmissbrauchs.
Die Datenschutzgrundverordnung schreibt unter Artikel 5, Absatz 1
c) die sogenannte "Datenminimierung" vor. Insofern ist eine
Nicht-Veröffentlichung der Adressdaten als grundsätzlicher Wert im
deutschen Gesetz festgeschrieben. Ein öffentliches Interesse an den
Adressdaten der Bewerber*innen sehen wir nicht.
Das Innenministerium antwortet auf eine kleine Anfrage [1]: "Es
wäre grundsätzlich denkbar, nur die Angabe des Wohnorts sowie
eventuell - soweit möglich - eines Ortsteils [...] auf den
Stimmzetteln für die Kommunalwahlen vorzuschreiben.", sieht also auch
die Möglichkeit der Nicht-Veröffentlichung.
Eine Nicht-Veröffentlichung senkt die Einstiegshürden für
kommunale Mandate, dies kann sich förderlich auf die Diversität der
Besetzung der kommunalen Mandate auswirken.
Uns ist bekannt, dass bereits die Möglichkeit einer
Auskunftssperre besteht, jedoch ist deren Beantragung mit einiger
Bürokratie verbunden und die Anerkennung potenzieller Gefahren
fraglich. Ebenso ist die Durchsetzung dieser Sperre fragwürdig, wie
Fälle aus der vergangenen Kommunal- und Europawahl zeigen. [2]
Es bestehen klare und berechtigte Gründe gegen die
Veröffentlichung der Adressdaten. Wir bitten Sie als Landesregierung
daher eine entsprechende Änderung der Kommunalwahlordnung auf den Weg
zu bringen, um die persönlichen Daten von Bewerber*innen in Zukunft
besser zu schützen.
Gezeichnet
Piratenpartei - Landesverband Baden-Württemberg
Piratenpartei - Bezirksverband Stuttgart
Piratenpartei - Bezirksverband Süd-Württemberg
Piratenpartei - Kreisverband Stuttgart
Piratenpartei - Kreiverband Ulm/Alb-Donau-Kreis
Gemeinderat Michael Freche - Gemeinderat Göppingen, Piratenpartei
Stadträtin Anja Hirschel - Gemeinderat Ulm, Piratenpartei
Regionalrat Michael Knödler - Regionalversammlung Stuttgart,
Piratenpartei
Gemeinderätin Annette Linder - Gemeinderat Gutach im Breisgau,
Piratenpartei
Gemeinderat Stefan Urbat - Gemeinderat Stuttgart, Piratenpartei
Gemeinderat Philip Köngeter - Gemeinderat Welzheim, Piratenpartei
Quellen:
[1] http://ots.de/Gn6ap0
[2] http://ots.de/uq2L0v
Pressekontakt:
Alexander Ebhart
Landespressesprecher
E-Mail: presse@piratenpartei-bw.de
Mobil: 01764 7127628
Borys Sobieski
Landesvorstand
E-Mail: presse@piratenpartei-bw.de
Mobil: 0175 9549187
Original-Content von: Piratenpartei Deutschland, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.10.2019 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1759490
Anzahl Zeichen: 3829
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Stuttgart
Kategorie:
Kommune
Diese Pressemitteilung wurde bisher 822 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Offener Brief: Veröffentlichung der Adressen für Bewerber*innen auf kommunale Mandate"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Piratenpartei Deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Am Samstag fand in Lambsheim der zweite Landesparteitag 2024 der Piratenpartei Rheinland-Pfalz statt. Bei den Vorstandswahlen wurde Heiko Müller erneut zum Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls in ihrem Amt bestätigt wurden Sascha Ruschel als stellvertretender Vorsitzender sowie Roland Hartung als Scha
PIRATEN Hannover kritisieren Aktionismus bei Waffenrechtsantrag im Bundesrat ...
Am heutigen 14.06. fasste der Bundesrat auf Initiative des Landes Niedersachsen einen Beschluss, die Bundesregierung zur Verschärfung des Waffenrechts aufzufordern. Künftig soll unter anderen das Tragen von Waffen im Sinne des Waffenrechts im ÖPNV und dessen Gebäuden außerhalb verschlossener Be
Europawahl: Piratenpartei dankt für 186.000 Stimmen ...
Die Piratenpartei Deutschland bedant sich herzlich bei den über 186.000 Personen, die ihr bei der Europawahl ihr Vertrauen geschenkt haben. Trotz des verpassten Einzugs von Spitzenkandidatin Anja Hirschel ins Europäische Parlament freut sich die Partei, weiterhin eine Vertretung durch Markéta Gre
Weitere Mitteilungen von Piratenpartei Deutschland
Das fordern die Gemeinden nach der NRW Ö ...
In diesem Beitrag auf KOMMUNAL, dem Sprachrohr des österreichischen Gemeindebundes, beschreibt Nicolaus Drimmel, vom Gemeindebund, die Forderungen der Kommunen gegenüber der Bundespolitik. In einem Vergleich bezeichnet er die nationale Legistik als das Hirn des Staates aber die Gemeinden in ihr
"Neue Heimat": Dresden will Kulturhauptstadt Europas 2025 werden (FOTO) ...
"Dresden ist heute schon eine Kulturstadt mit einer großen Tradition. Semperoper und Frauenkirche sind weltweit bekannt", erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert anlässlich der Fertigstellung der Bewerbungsunterlagen, die am 30. September eingereicht werden müssen. "Das al
Helaba-Studie: Nordrhein-Westfalen - Gemeinsam ans Werk ...
Der Strukturwandel prägt Nordrhein-Westfalen (NRW) seit 50 Jahren. Nach Kohle und Stahl verursacht auch noch die Energiewende eine im Bundesvergleich unterdurchschnittliche Entwicklung. Daher gilt es, zeitnah in Nordrhein-Westfalen die Weichen für die Zukunft zu stellen. Innovationen, Bildung
Müll macht Wuppertal mobil / WSW und AWG siegen beim deutschen Stadtwerke Award (FOTO) ...
Müll macht in Zukunft die Schwebebahnstadt Wuppertal mobil. Diese einfache wie geniale Idee ist gestern in Kassel mit dem Stadtwerke Award des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ausgezeichnet worden. Preisträger sind die Wuppertaler Stadtwerke WSW gemeinsam mit dem kommunalen Müllentso




