"Judenfeindschaft und christlicher Glaube schließen einander aus"/
Evangelische Kirche beruft Antisemitismus-Beauftragten
ID: 1763371
(EKD) hat auf seiner Sitzung in Hannover erstmals einen "Beauftragten
für den Kampf gegen Antisemitismus" berufen. Die Beauftragung wurde
dem Berliner Theologen Christian Staffa übertragen, der diese für die
Dauer der gegenwärtigen Ratsperiode wahrnimmt. Im Hauptamt ist Staffa
seit 2013 Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche an der
Evangelischen Akademie zu Berlin. Zu den Aufgaben des Beauftragten
gehört die Unterstützung der Kirchenleitungen bei ihren Anstrengungen
im Kampf gegen Antisemitismus.
"Nicht erst der zutiefst beschämende Anschlag von Halle hat das
bedrohliche Ausmaß antisemitischer Gewaltbereitschaft gezeigt", sagte
der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Der
Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus sei nicht allein Aufgabe des
Staates, sondern jedes einzelnen Bürgers und jeder Bürgerin und in
besonderer Weise auch der Kirchen. "Antisemitismus widerspricht
allem, wofür das Christentum steht", so der Ratsvorsitzende. Die
Einrichtung der Beauftragung bringe zum Ausdruck, dass die
evangelische Kirche unverrückbar an der Seite ihrer jüdischen
Schwestern und Brüder stehe. Sie mache aber auch deutlich, dass die
evangelische Kirche nicht zuletzt aus der Verantwortung für eigenes
jahrhundertelanges Versagen jeder Form von Judenfeindschaft und
Verachtung wachsam gegenübertreten werde. "Christlicher Glaube und
Judenfeindschaft schließen einander aus", so Bedford-Strohm.
Christian Staffa wurde 1959 in Essen geboren und studierte in
Berlin, Tübingen und Prag evangelische Theologie. Seit 1999 war er
Geschäftsführer von Aktion Sühnezeichen. Der promovierte Theologe ist
Mitglied im Sprecherrat der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und
Rechtsextremismus sowie des Kuratoriums Instituts Kirche und Judentum
und christlicher Vorsitzender der AG Juden und Christen beim
Deutschen Evangelischen Kirchentag. Staffa ist Autor zahlreicher
Publikationen zu Antisemitismus, zu gruppenbezogener
Menschenfeindlichkeit sowie zum christlich-jüdischen Dialog.
Eine Informationsbroschüre der EKD zum Umgang mit dem Titel
"Antisemitismus. Vorurteile, Ausgrenzungen, Projektionen und was wir
dagegen tun können" liegt mittlerweile in dritter Auflage vor. Sie
ist online verfügbar unter
https://www.ekd.de/antisemitismus-30965.htm.
Hannover, 18. Oktober 2019
Pressestelle der EKD
Carsten Splitt
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Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
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D-30419 Hannover
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Datum: 18.10.2019 - 15:19 Uhr
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