Hoffnung für die Meere: Greenpeace-Taucher finden paradiesische Artenvielfalt an atlantischem Seeberg
Nach Fischereiverbot erholt sich marines Leben am Tiefseeberg "Vema"
ID: 1768041
Wirksamkeit von Meeresschutzgebieten fanden Greenpeace Aktivistinnen und
Aktivisten an Bord der Arctic Sunrise am Tiefseeberg Vema im Südostatlantik.
Taucher der Umweltschutzorganisation haben auf dem Seeberg, der aus 4600 Metern
Tiefe bis knapp unter die Wasseroberfläche empor steigt, ein Paradies der
Artenvielfalt entdeckt. Gelbschwanzmakrelen, Streifenbrassen, Korallen, Algen
und viele Krebsarten finden hier - fast 1000 Kilometer vom afrikanischen
Festland entfernt - küstenähnliche, ideale Lebensbedingungen. Die tieferen Hänge
sind Heimat für Schwarze Korallen und farbenreiche Gorgonien. Sogar der auf Vema
bereits als ausgelöscht geltende Bestand der Tristan Languste nimmt wieder zu
nachdem die Südostatlantische Fischereiorganisation (SEAFO) 2007 ein Verbot der
Grundfischerei verhängte. Dutzende Exemplare konnten die Taucher beobachten.
"Wir sind überrascht, so viele Tristan-Langusten zu sehen. Ohne das
Fischereiverbot wäre diese Art hier für lange Zeit verloren gewesen", sagt
Greenpeace-Meeresbiologe und Taucher Thilo Maack vor Ort. "Vema zeigt: Die Meere
erholen sich, wenn man ihnen Zeit und Raum dafür gibt."
Die Umweltschützerinnen und Umweltschützer fordern jedoch mehr Schutz und
konsequente Maßnahmen gegen tödliche Geisternetze und ausrangiertes
Fischereigerät in den Ozeanen. Verlorene oder aufgegebene Hummerkäfige der
Fischereiindustrie, die Greenpeace sogar auf Mount Vema dokumentieren konnte,
bedrohen noch immer marine Lebewesen und werden zur gefährlichen Falle für
Fische, Krebse und andere Meerestiere.
Jährlich landen rund 640.000 Tonnen altes Fischereigerät wie Netze, Bojen,
Leinen, Fallen und Körbe als Fischereimüll in die Ozeane und tragen zu etwa zehn
Prozent zur Plastikbelastung bei. Sechs Prozent aller eingesetzten Netze, neun
Prozent aller Fallen und 29 Prozent aller Langleinen enden in den Meeren.
Seeberge sind besonders häufig betroffen, da sie wegen ihrer großen
Artenvielfalt stark befischt werden. Das belegt ein Greenpeace-Report, den die
Umweltschutzorganisation heute veröffentlicht (Online https://act.gp/2WVavrH).
"Es macht mich wütend, an einem so entlegenen Ort alten Fischereimüll zu
finden.", sagt Maack. "Orte wie Mount Vema brauchen umfassenden Schutz vor
jeglichem menschlichen Zugriff und jemanden, der diesen Schutz konsequent
umsetzt."
Vereinte Nationen müssen 30 Prozent der Ozeane schützen
Die Reise der Arctic Sunrise zum Tiefseeberg ist Teil der großen diesjährigen
Schiffsexpedition vom Nord- zum Südpol mit zahlreichen Stopps an den Paradiesen
der Hohen See. Greenpeace fordert von den Vereinten Nationen, im kommenden Jahr
einen ambitionierten, rechtlich bindenden Hochseeschutzvertrag zu verabschieden,
mit dem 30 Prozent der Meere bis 2030 geschützt werden können. Doch die
Verhandlungen machen kaum Fortschritte. Nur mit durchgreifenden Schutzmaßnahmen
und klaren Regeln für die Ausweisung von Schutzgebieten und gegen Überfischung,
Vermüllung oder Rohstoffabbau können die Ozeane als Nahrungsquelle und
wichtigster CO2-Speicher noch gerettet werden.
Pressekontakt:
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Thilo Maack an Bord der
Arctic Sunrise, Tel. +31 20 712 2616, oder Pressesprecherin Cornelia
Deppe-Burghardt, Tel. +31 20 712 2617. Foto- und Videomaterial
erhalten Sie von Jiri Rezac, jrezac@greenpeace.org, unter
https://media.greenpeace.org/collection/27MZIFJ8RRFF5. Internet:
www.greenpeace.de. Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340,
Email presse@greenpeace.de; Greenpeace auf Twitter:
http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook:
www.facebook.com/greenpeace.de
Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.11.2019 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1768041
Anzahl Zeichen: 4109
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mount Vema / Südostatlantik
Kategorie:
Umweltpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 379 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Hoffnung für die Meere: Greenpeace-Taucher finden paradiesische Artenvielfalt an atlantischem Seeberg
Nach Fischereiverbot erholt sich marines Leben am Tiefseeberg "Vema""
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Greenpeace e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Hamburg, 13. 4. 2026 - Die Übergewinne der Ölkonzerne sind während der Waffenruhe zwischen den USA und Iran weiter deutlich gestiegen. Weil die Konzerne nach dem Ende der Kampfhandlungen die gesunkenen Rohölpreise nicht an die Kundschaft weitergaben, schnellten ihre Gewinne in Deutschland um ein
40 Jahre nach Chornobyl: Greenpeace-Aktive protestieren für Unterstützung bei Wiederaufbau der zerstörten Schutzhülle / Greenpeace-Report dokumentiert Folgen des russischen Drohnenangriffs ...
14. 4. 2026 - Vor dem 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Chornobyl protestieren zwei Greenpeace-Aktivist:innen mit einem "Stand With Ukraine"-Banner unmittelbar vor der Atomruine dafür, die Ukraine beim Schutz der Unfallstelle stärker zu unterstützen. Die durch einen russischen Dr
Greenpeace-Rechtsgutachten zeigt: Bundesregierung kann staatenlose Schattenflotten-Tanker stoppen / Acht Tanker ohne Flaggenzugehörigkeit haben deutsche Gewässer seit Dezember unbehelligt durchfahre ...
19. 2. 2026 - Die Bundesregierung verpasst es regelmäßig, flaggenlose Tanker der russischen Schattenflotte aufzubringen und hindert sie auch nicht an der Weiterfahrt. Dadurch steigt die Gefahr einer Havarie und Ölpest in der Ostsee. Greenpeace belegt mit einem neuen Rechtsgutachten (https://t1p.d
Weitere Mitteilungen von Greenpeace e.V.
Rüge vom Bundesrechnungshof. Bundesumweltministerium: Mehr als eine halbe Milliarde Euro für Berater. ...
Deutlich ist die Rüge des Bundesrechnungshofes gegenüber dem Bundesumweltministerium ausgefallen: viel zu hohe Ausgaben für externe Berater. Im »Bericht zu externen Beratungsleistungen im Geschäftsbereich des BMU« heißt es von den Rechnungsprüfern: »Das BMU und sein nachgeordneter Bereich h
Silvester Feuerwerk Verbot: Knallen und böllern Sie ruhig und mit Spaß. Das haben schon die alten Chinesen gemacht. ...
Natürlich steigt der Feinstaubanteil in der Luft durch explodierende Knallkörper stark. Aber schnell verteilen sich die Partikel wieder. Nur bei Nebel dauert’s etwas länger. Die Tageswerte liegen stets unter den EU- Richtwerten. Das Umweltbundesamt hat es erst beim letzten Silvesterspaß überp
Aufruf des UTR |Umwelt|Technik|Recht| e.V. gegen Klimawahn und Klimaterror. ...
Der UTR e.V. lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einem gemeinschaftlichen Engagement gegen Klimawahn und Klimaterror und zur Förderung des nationalen Rechtsfriedens ein. Für eine aktive Bürgergesellschaft ist es doch einfach unbefriedigend, wenn sich die demokratischen Aktivit
Greenpeace-AktivistInnen protestieren vor Entwicklungshilfe-Ministerium für Wald- und Klimaschutz / Entwicklungsminister Müller unterläuft Klimaschutzvorhaben ...
1.10.2019 - Gegen das umstrittene Mercosur-Handelsabkommen und für einen konsequenten Schutz der Wälder protestieren heute 30 Greenpeace-AktivistInnen vor dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Berlin. Auf einem viereinhalb Meter hohen runden Banner steht: 'Don't




