SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert Entscheidung des Bundestags zur Organspende
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Organspenden zeigt sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach enttäuscht.
"Das ist eine verlorene Möglichkeit", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am
Donnerstag im ARD-Mittagsmagazin. "Ich setze mich seit zehn Jahren für die
Widerspruchslösung ein, so knapp wie jetzt haben wir noch nie verloren", so
Lauterbach weiter.
Lauterbach hatte die sogenannte Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister
Jens Spahn (CDU) unterstützt, bei der grundsätzlich jeder Bürger ab 16 Jahren
Organspender gewesen wäre. Der Bundestag hat diesen Gesetzentwurf mit 379
Nein-Stimmen bei 292-Ja-Stimmen abgelehnt. "Das ist eine Enttäuschung für
diejenigen, die in Zukunft ein Organ brauchen werden", sagt Lauterbach.
Den nun beschlossenen Gesetzentwurf einer Gruppe um Grünen-Chefin Annalena
Baerbock sieht Lauterbach kritisch: "Mit dem, was heute beschlossen wurde, wird
sich nicht viel ändern", so Lauterbach. Der Entwurf sieht vor, dass Bürger
künftig stärker für Organspende sensibilisiert werden, etwa bei Behördengängen.
Dazu sagt Lauterbach: "Ich kenne wenige, die anlässlich eines Ausweis-Ganges
über die Organspende reden oder nachdenken wollen. Die letzten Ausweise, die
jetzt erteilt werden, sind zehn Jahre gültig. Und die 4,7 Millionen
EU-Ausländer, die gar keinen Ausweis in Deutschland benötigen, fallen ganz weg."
Der SPD-Gesundheitsexperte geht davon aus, dass in wenigen Jahren erneut über
die Organspende diskutiert werden muss. "Wir debattieren das im Bundestag immer
aus der Perspektive desjenigen, der sich am meisten über das Thema der
persönlichen Selbstbestimmung profilieren will, nicht aus Sicht des Patienten
oder des Arztes. Hier ist heute das Recht verteidigt worden, dass ich zwar
Organe will, wenn ich sie benötige, aber selbst nicht bereit bin, je zu
widersprechen, wenn ich nicht spenden will. Das ist aus meiner Sicht keine
haltbare Position."
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Datum: 16.01.2020 - 15:00 Uhr
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