Kommentar zu den Morden in Hanau

Kommentar zu den Morden in Hanau

ID: 1794885
(ots) - Lange haben Neonazis von einem "Rassenkrieg" geredet. In
Chatgruppen, Onlineforen und konspirativen Treffen hat man ihn durchgespielt;
man hat Waffen gehortet und sich verabredet, um endlich loszuschlagen. Nach dem
Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) und dem Anschlag
auf die Synagoge und den Dönerimbiss von Halle hat der rechte Terror mit der
Bluttat von Hanau einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Sicherheitsbehörden haben
die Naziterroristen lange Zeit am unteren Ende ihrer Prioritätenliste geführt.
Ganz oben standen andere: neben "linken Gewalttätern" vor allem sogenannte
islamistische Gefährder. Die galten seit den Anschlägen von 11. September 2001
in den USA auch in Deutschland als Bedrohung Nummer Eins. Fakt ist: Im Schatten
der Anti-Islam-Hysterie haben sich Netzwerke entwickelt, die zum "totalen Krieg"
bereit sind. Ihre Ziele sind "afrikanische Invasoren", "linksgrün-versiffte
Journalisten", Juden, Muslime und Jugendliche mit bunten Haaren. Letztlich
jeder, der nicht in ihr rassistisches Weltbild passt. Das Ergebnis ist der
Anschlag von Hanau - die verheerendste rechte Gewalttat seit Jahrzehnten in der
Bundesrepublik. Neben dem Versagen des Sicherheitsapparates haben auch rechte
Bewegungen wie Pegida und "Pro NRW", Identitäre, die Kampagne "Ein Prozent" und
viele andere den Naziterroristen Schützenhilfe geleistet und ihnen Stichworte
geliefert. Nicht zuletzt sorgen AfD-Vertreter wie Björn Höcke, Alexander Gauland
und Andreas Kalbitz mit ihren ständigen Ausfällen dafür, dass sich das
gesellschaftliche Klima Stück für Stück nach rechts verschiebt. Ob "Vogelschiss"
oder "Denkmal der Schande" - ein Tabubruch jagte den nächsten. Und auch Horst
Seehofer hetzte gegen Migranten - auch wenn er sich jetzt als Pendant zu Höcke
und Co. aufspielt. 2011 etwa sagte der damalige CSU-Vorsitzende, die


Bundesregierung werde sich "bis zur letzten Patrone" dagegen wehren, dass "wir
eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme bekommen". Das Unsagbare wurde
allmählich zum Sagbaren, das scheinbar Unmögliche zum Möglichen. Nazis fühlen
sich ermutigt, ihren Hass nicht nur in irgendwelchen Kneipen mit geblümter
Tapete, sondern auch auf dem Dresdener Neumarkt oder vor dem Karl-Marx-Denkmal
in Chemnitz auszusprechen. Reden war ihnen irgendwann nicht mehr genug. Sie
wollen ihren Rassismus in die Tat umzusetzen. Das Ergebnis sind die Todesopfer
in der Multikulti-Hochburg Hanau.

Pressekontakt:

neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/59019/4525991
OTS: neues deutschland

Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Ratsvorsitzender erschüttert über Gewalttat in Hanau/ Bedford-Strohm ist in Gedanken und Gebeten bei den Opfern und deren Familien zu Hanau/Halle
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.02.2020 - 18:08 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1794885
Anzahl Zeichen: 2991

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 474 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kommentar zu den Morden in Hanau"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

neues deutschland (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

"neues deutschland" heißt jetzt "nd.DerTag" ...
Die Tageszeitung "neues deutschland" erscheint von diesem Montag an wochentags mit neuem Layout und unter dem Titel "nd.DerTag". Die Wochenendausgabe heißt schon seit fast zwei Jahren "nd.DieWoche". Die Zeitung, die weiterhin als "Sozialistische Tageszeitung"

Viele Berliner Gewerbemieter beantragen Mietstundungen ...
Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsver

"neues deutschland": EU-Abgeordnete Demirel: Mindestlohn unter zwölf Euro bedeutet Armutslohn ...
Die Europaabgeordnete der LINKEN Özlem Alev Demirel hat sich für eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf wenigstens zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. "Alles andere bedeutet Armutslohn", sagte die Abgeordnete, die u.a. im Sozialausschuss des EU-Parlaments tätig is


Weitere Mitteilungen von neues deutschland


Ratsvorsitzender erschüttert über Gewalttat in Hanau/ Bedford-Strohm ist in Gedanken und Gebeten bei den Opfern und deren Familien ...
Nach dem tödlichen Anschlag in Hanau zeigt sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, erschüttert über dieses Verbrechen: "Ich bin fassungslos angesichts der Gewalttat von Hanau. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Op

AfD mahnt Bundeskanzlerin, Bundesregierung und Bundespresseamt ab ...
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 6. Februar 2020 im Rahmen ihrer Afrikareise im südafrikanischen Pretoria unter anderem die Wahl des thüringischen Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich einen Vorgang genannt, der "unverzeihlich" sei und dessen Ergebnis "wieder rückgängig&quo

Die Grundrente kommt: Enttäuschung programmiert / Kommentar von Bernhard Walker ...
Wenn 2021 die Bescheide verschickt werden und sich dann Schwarz auf Weiß zeigt, dass der vermeintliche Meilenstein eher eine Mini-Lösung ist, wird die Enttäuschung bei vielen riesig sein. Man darf gespannt sein, wie Union und SPD das dann im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 erklären wollen.

Kommentar zur Grundrente ...
Grundrente - wie stolz das klingt! Doch als eine Mindestversorgung, Grundfinanzierung im Alter war nie gedacht, was die Bundesregierung nun beschlossen hat. Die Grundrente soll Menschen einen Zuschlag verschaffen, die in langen Arbeitsjahren so karg verdienten, dass ihre Rente unter der Grundsich


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z