neues deutschland: Kommentar zum Sterbehilfe-Urteil
ID: 1796208
Bundesverfassungsgerichtes zur Sterbehilfe sind einerseits verständlich.
Andererseits scheint der Chor der Aufgeregten, vor allem in Kirchen und anderen
eher konservativen Kreisen, zu übersehen, dass die Vorgabe aus Karlsruhe
frischen Wind in die Diskussion der ewigen Fragen um Leben und Tod bringen kann.
Es ist zum Beispiel durchaus nicht so, dass nunmehr die Versorgung
Schwerstkranker bis hin zur Palliativpflege auf völlig verlorenem Posten steht.
Vielmehr eröffnet Karlsruhe auch die Möglichkeit, in die gesellschaftliche
Debatte - nicht nur um eine angemessene Ausstattung der Pflege - mit neuer
Dringlichkeit einzusteigen. Das sollte auch allen bisherigen Befürwortern eines
Sterbehilfeverbotes klar sein: Sie haben jetzt keine restriktive Regelung, keine
Strafandrohung mehr zur Seite. Sie haben nur noch ihre Argumente dafür, was
Leben sinnvoll und lebenswert macht. Damit sollten sie überzeugen.
Mit dem Ausblick auf eine nunmehr einfacher mögliche Selbsttötung gibt es noch
eine stärkere Motivation dafür, Pflege und Medizin menschenfreundlicher zu
gestalten als bisher. Damit niemand zu früh geht, den vor allem ein Gefühl von
Ausgeliefertsein und Aussichtslosigkeit in den Tod treibt. Schaut man sich die
Zahlen an, die zeigen, wie wenig Menschen bisher auf die Dienstleistungen der
Sterbehilfe zurückgriffen, gilt das erst recht.
Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/59019/4531634
OTS: neues deutschland
Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.02.2020 - 18:09 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1796208
Anzahl Zeichen: 1858
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 523 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"neues deutschland: Kommentar zum Sterbehilfe-Urteil"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
neues deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Tageszeitung "neues deutschland" erscheint von diesem Montag an wochentags mit neuem Layout und unter dem Titel "nd.DerTag". Die Wochenendausgabe heißt schon seit fast zwei Jahren "nd.DieWoche". Die Zeitung, die weiterhin als "Sozialistische Tageszeitung"
Viele Berliner Gewerbemieter beantragen Mietstundungen ...
Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatsver
"neues deutschland": EU-Abgeordnete Demirel: Mindestlohn unter zwölf Euro bedeutet Armutslohn ...
Die Europaabgeordnete der LINKEN Özlem Alev Demirel hat sich für eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf wenigstens zwölf Euro pro Stunde ausgesprochen. "Alles andere bedeutet Armutslohn", sagte die Abgeordnete, die u.a. im Sozialausschuss des EU-Parlaments tätig is
Weitere Mitteilungen von neues deutschland
Mitteldeutsche Zeitung zum Coronavirus ...
Die Coronaviren sind deshalb so gefährlich, weil sie länger im Umlauf sind, bevor sie sich bemerkbar machen und weil man sich gegen sie - anders als gegen Grippeviren - nicht durch eine Impfung schützen kann. Deshalb ist in diesen Tagen, in denen Krankheiten, die durch Tröpfchen übertragen
Mitteldeutsche Zeitung zu Sterbehilfe ...
Es ist nicht hinnehmbar, dass Medizinern in ihrem Beruf Rechte verwehrt werden, die sie als Staatsbürger selbstverständlich genießen. Das Urteil lässt zudem ausreichend Raum, um Organisationen zu verhindern, die den Sterbewunsch von Menschen kommerziell ausnutzen. Dazu kann das Gewerbe- oder
Unions-Chefhaushälter Rehberg lehnt Aussetzung der Schuldenbremse strikt ab ...
Die Union hat Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) scharf kritisiert, die Schuldenbremse im Grundgesetz vorübergehend auszusetzen, um eine Übernahme der kommunalen Altschulden zu ermöglichen. "Das Grundgesetz ist keine Spaßveranstaltung. Daran darf man nicht einfach nach Lus
Altmaiers Idee reicht nicht ...
Ein kraftvoller Neustart der Energiewende? Der sähe anders aus. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist zwar endlich etwas von seiner 1000-Meter-Abstandregelung für neue Windkraftanlagen abgerückt. Die soll zwar "im Grundsatz" weiter gelten, aber von den Bundesländern modifizie




