EKD fordert Aufnahme von geflüchteten Kindern/ Bedford-Strohm: "Den Schutzsuchenden in den Flüchtlingslagern droht eine Katastrophe."
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Dass es entscheidend ist, umgehend zu handeln, betont auch der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Martin Dutzmann. "Die Zusage, 1.500 Kinder und ihre Familien von den Inseln zu holen, muss jetzt unverzüglich umgesetzt werden, auch wenn wir es lieber gesehen hätten, dass mehr europäische Staaten mehr Menschen aufnehmen."
Der Koalitionsausschuss hatte am 8. März entschieden, gemeinsam mit europäischen Partnern mindestens 1.500 besonders schutzbedürftige Kinder von den ägäischen Inseln zu holen. In diesem Zusammenhang hatte sich die Bundesregierung bereit erklärt, einen Teil dieser Menschen aufzunehmen und das Asylverfahren in Deutschland durchzuführen.
Prälat Dutzmann, der Ende Februar auf Lesbos war, berichtet: "Auf den ägäischen Inseln leben zurzeit mehr als 42.000 Menschen in Lagern, die nur für etwa 7.000 Personen ausgelegt sind. Hinzu kommt jetzt noch das Corona-Virus - 1.500 Kinder aufzunehmen, ist im Grunde nicht ausreichend. Schon jetzt haben viele nur sehr eingeschränkten Zugang zu fließendem Wasser oder Seife - von Desinfektionsmitteln oder ärztlicher Versorgung ganz zu schweigen."
Vor diesem Hintergrund begrüße es die EKD sehr, dass das Bundesministerium des Inneren mit Hochdruck daran arbeite, eine schnelle Ausreise für die entsprechenden Familien zu ermöglichen. "Wir gehen davon aus, dass es auch bei zügiger Aufnahme möglich ist, alle erforderlichen Maßnahmen des Infektionsschutzes zu gewährleisten. Wir appellieren an die europäischen Partner, ebenfalls unter Berücksichtigung der gebotenen Schutzmaßnahmen schnell, flexibel und human zu handeln."
Hannover, 24. März 2020
Pressestelle der EKD
Carsten Splitt
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Datum: 24.03.2020 - 16:08 Uhr
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