Umweltschutz im Lieferkettengesetz: Unternehmensverantwortung für die Umwelt darf nicht an Landesgrenzen enden - BUND, Greenpeace und DUH stellen Rechtsgutachten vor
ID: 1830901
Denn egal ob Umweltschäden durch die Förderung von Fracking-Gas in Argentinien, dauerhafte Kontamination von Gewässern in China durch Textilproduktion, oder Brandrodungen für Sojafutter in Brasilien- deutsche Unternehmen sind immer wieder an Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen durch ihre Tochterunternehmen oder Zulieferer im Ausland beteiligt. Der BUND fordert deshalb im Rahmen der Initiative Lieferkettengesetz gemeinsam mit Greenpeace und der Deutschen Umwelthilfe schon seit langen ein gleichnamiges Gesetz, das deutsche Unternehmen zur Achtung von Menschen- und Umweltrechten im Ausland verpflichtet.
Antje von Broock , Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND: "Unser Rechtsgutachten zeigt: Unternehmensverantwortung endet nicht an Landesgrenzen. Glaubhaft und verantwortungsbewusst agiert ein Unternehmen dann, wenn es entlang der gesamten Liefer- und Produktionskette grundlegende Umwelt- und Menschenrechtsstandards einhält. Bei Ausbeutung und Umweltzerstörung darf man nicht tatenlos zuschauen. Ein Lieferkettengesetz mit einem wirksamen Durchsetzungsmechanismus muss kommen."
Das Gutachten zeigt, dass es aus rechtlicher Sicht zulässig und erstrebenswert ist, Unternehmen in einem Lieferkettengesetz zu verpflichten, grundlegende Umweltstandards in ihren globalen Geschäften einzuhalten. Es macht deutlich, wie eine umweltbezogene Sorgfaltspflicht für Unternehmen praktisch in einem Lieferkettengesetz verankert werden könnte und legt dar, dass die Anforderungen erfüllbar sind und zu mehr Rechtssicherheit für Unternehmen beitragen.
Dass die großen deutschen Wirtschaftsverbände ein solches Gesetz verhindern wollen, überrascht nicht. Die jetzt bekannt gewordenen Ergebnisse der Überprüfung des sogenannten Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) belegen aber, dass deutsche Unternehmen freiwillig ihre Verantwortung im Ausland mit Blick auf die Menschenrechte nicht erfüllen. Rund 2250 Unternehmen wurden in der zweiten Fragerunde befragt. Nur 455 von ihnen haben sich trotz Fristverlängerung zurückgemeldet. Insgesamt zeigt sich: Nur 22 Prozent kommen ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflicht freiwillig nach.
Martin Kaiser , geschäftsführender Vorstand Greenpeace:"Die Politik ist mit ihrem Ansatz der freiwilligen Selbstverpflichtung grandios gescheitert. Die Wirtschaft unterbietet sogar ihre selbst gesetzten Mindeststandards. Künftig muss klar sein: Wer Umweltschutz und Menschenrechte missachtet, wird zur Verantwortung gezogen. Dafür braucht es jetzt ein wirksames Lieferkettengesetz!"
Sascha Müller-Kraenner , Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe: "Nach wie vor kann Palmöl und Sojafutter auf den deutschen Markt gelangen, für das illegal Wälder gerodet wurden. Freiwillige Versprechen haben nicht geholfen, deshalb muss jetzt ein Gesetz die Ausbeutung von Mensch und Natur in den Herkunftsländern stoppen."
Doch die Wirtschaft spielt weiter auf Zeit. Mit dem insbesondere von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier unterstützten Belastungsmoratorium versuchen die Arbeitgeberverbände nun auch ein Lieferkettengesetz auszuhebeln und die Gesetzesinitiative von Altmaiers Kabinettskollegen, Arbeitsminister Hubertus Heil und Entwicklungsminister Gerd Müller, zu unterlaufen.
Mehr Informationen: Das Rechtsgutachten finden Sie unter: http://www.bund.net/rechtsgutachten-lieferkettengesetz
Ein BUND-Papier mit dem Titel "Kommt ein deutsches Lieferkettengesetz? - Informationen mit Fokus auf umweltbezogene Sorgfaltspflichten für Unternehmen" finden Sie unter unter: http://www.bund.net/deutsches-lieferkettengesetz
Informationen zum Thema Wirtschaft und Welthandel finden Sie unter: http://www.bund.net/ttip-ceta/
Pressekontakt:
Lia Polotzek, BUND-Expertin für Wirtschaft- und Handelspolitik,
Tel.: 030-27586-520, Mobil: 0175-5729961, E-Mail: Lia.Polotzek@bund.net
Viola Wohlgemuth, Greenpeace-Expertin für Textil und Chemie, Tel: 040 -30618-526
1, Mobil 0151 2218 0971, E-Mail: viola.wohlgemuth@greenpeace.org
Tina Lutz,Campaignerin Naturschutz und Biologische Vielfalt, Deutsche Umwelthilf
e, Tel.: 030-2400867-890, Mobil: 0163-2822403, E-Mail: lutz@duh.de
BUND-Pressestelle: Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Judith Freund | Heye Jensen
Tel. 030-27586-425 | -531 | -497 | -464 | E-Mail: presse@bund.net,
http://www.bund.net
Sie erreichen die Pressestelle zurzeit vermehrt mobil.
Sigrid Wolff: 0162 96 11 946
Daniel Jahn: 0170 160 66 58
Judith Freund: 0176 476 841 64
Heye Jensen: 01590 633 23 72
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7666/4652802
OTS: BUND
Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.07.2020 - 12:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1830901
Anzahl Zeichen: 5358
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Handel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 315 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umweltschutz im Lieferkettengesetz: Unternehmensverantwortung für die Umwelt darf nicht an Landesgrenzen enden - BUND, Greenpeace und DUH stellen Rechtsgutachten vor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
BUND (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Bekanntheit wächst stetig - Mehrheit für Ausweisung als UNESCO Welterbe - Aktionstag am 3.10. bietet viele Angebote und Start neuer App Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am kommenden Freitag (3.10.) veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Erge
Klimaschutzprogramm fällig: Bundesregierung muss liefern / Neuer BUND-Plan für wirksames Maßnahmenpaket ...
- Klimaschutz keine Frage des Gutdünkens - verpflichtende Klimaziele in Gefahr - Bundesregierung mit Klimaschutzprogramm vor klimapolitischem Lackmustest - Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise bekannt - BUND zeigt Weg auf Die Bundesregierung steht vor ihrem klimapolitischen Lackmustest:
Bahnstrategie: Ohne starke Schiene keine Mobilitätswende ...
Im Vorfeld der Vorstellung der Bahnstrategie durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Ein flächendeckendes, zuverlässiges und bezahlbares Angebot auf der Schiene ist e
Weitere Mitteilungen von BUND
Smart EQ im Geschäftskunden-Leasing günstiger als ein Netflix-Abo – bei der Mehrmarkenplattform CarFellows einfach online bestellen. ...
Berlin 15.07.2020 | Online meets offline, einfach und komfortabel, so wie es sich die Kunden wünschen: Das Berliner Start-up bietet auf seiner innovativen Mehrmarken-Plattform über 90% aller Automarken komplett online an – einschließlich Finanzierung, Leasing und Zulassung. Innerhalb von nur vi
Berner Group treibt Großprojekte trotz Corona weiter voran (FOTO) ...
- Europäisches Zentrallager geht Ende August in Betrieb - Neues Headquarter der Region West in den Niederlanden eröffnet - Fördertechnik bei Berner Deutschland wird verbessert - Ausbau der Logistikkapazitäten beim Bauhandwerksspezialisten BTI - Caramba bekommt neue Lagerhalle und Abfüllanlage
Berner Group wächst im Juni um 13 % gegenüber Vorjahr und erzielt damit einen neuen Rekordumsatz (FOTO) ...
- Geschäftsjahr 2019/2020 trotz Pandemie auf Vorjahresniveau - Umsatzanteil im E-Commerce und Call-Center wächst deutlich - Caramba Gruppe gewinnt Millionenauftrag Die Berner Group wächst seit dem Ende der coronabedingten Lockdown-Phase zweistellig. Im Juni 2020 erzielte das B2B-Handelsunterneh
Aufbruch im Handwerk: "ZDF.reportage"über neue Macher (FOTO) ...
Handwerksbetrieben fehlt es an Nachwuchs. Kunden setzen häufig auf günstigere Produkte vom Discounter anstatt auf echte Handarbeit. Wer heute gegen die Billigkonkurrenz bestehen will, braucht Erfindungsreichtum. Die "ZDF.reportage: Die neuen Macher - Aufbruch im Handwerk" begleitet am So




