Mitteldeutsche Zeitung zu Spanien/Corona
(ots) - Und doch hat der Verlauf der Krise im Land etwas Zwangsläufiges. Denn Spanien wird seit Jahren von anhaltenden Streitereien der politischen Lager gebeutelt, die eine konsistente und berechenbare Politik verhindern. Eine Neuwahl jagte die nächste. Premier Sanchéz gilt als schwach. Korruption ist weit verbreitet und reicht bis ins Königshaus. Aktuell ist zu beklagen, dass funktionierende Strukturen zur Nachverfolgung von Infektionsketten auch nach dem Schock im Frühjahr nicht geschaffen wurden. Stattdessen wurde der radikale Lockdown umso radikaler wieder aufgehoben - in erster Linie mit Rücksicht auf den Tourismussektor, dessen ökonomische Bedeutung für Spanien überragend ist. Es zeigt sich: Wer zu früh lockert, vergrößert die Misere.
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Datum: 16.08.2020 - 19:10 Uhr
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