NABU: Agrarminister blockieren Lösungen für Klima- und Artenkrise

NABU: Agrarminister blockieren Lösungen für Klima- und Artenkrise

ID: 1853775
(ots) - Die Einigung der EU-Agrarminister zur künftigen gemeinsamen Agrarpolitik bewertet der NABU als Armutszeugnis für den Klima- und Artenschutz. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller:

"Die Landwirtschaftsminister haben dem Europäischen Green Deal heute eine Kampfansage erteilt. Statt Hunderttausenden Agrarbetrieben bei der Umstellung auf eine klima- und naturverträgliche Zukunft zu helfen, zementieren sie mit Steuergeldern von morgen ein schädliches Subventionssystem von vorgestern. Existenzielle Probleme wie die Klimakrise, Dürren und Insektensterben werden so nicht gelöst. Im Gegenteil: Die Betriebe werden allein gelassen mit unweigerlich steigenden Klima- und Umweltauflagen. Dieser Beschluss ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber den viel zu schwachen Reformvorschlägen der Kommission."

Die ohnehin wenigen Umweltambitionen, mit denen Julia Klöckner die deutsche Ratspräsidentschaft angetreten war, wurden in den Verhandlungen stark aufgeweicht. Aus Angst vor Konflikten mit Interessenverbänden habe die Ministerin den kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht - zu Lasten von Natur und Klima, kommentiert Miller. Nach bisherigen Informationen wird es bei den Bedingungen für den Erhalt von Subventionen keine Fortschritte dahingehend geben, dass Betriebe nicht-produktive Flächen für die Biodiversität zur Verfügung stellen müssen. Das allerdings wäre der entscheidende Schlüssel, um bestäubenden Insekten und Vögeln zu helfen. EU-weit schwinden Arten und Lebensräume in atemberaubenden Tempo, wie vorgestern erneut ein Bericht der EU-Umweltagentur unterstrich.

Zwar habe Bundesagrarministerin Julia Klöckner ein Mindestbudget für die sogenannten Öko-Regelungen (Eco-Schemes) von 20 Prozent durchgesetzt, ohne jedoch konkrete Vorgaben zur Wirksamkeit der Maßnahmen zu machen. Im ungünstigsten Fall sollten diese zudem erst ab 2025 greifen, so Miller. Das wäre viel zu spät und deutlich zu wenig für eine echte Trendwende in der Agrarpolitik.



Der NABU hofft nun darauf, dass zumindest die EU-Parlamentarier bei ihren finalen Abstimmungen in den nächsten Tagen noch die Möglichkeit nutzen, die Agrarpolitik klar mit den Zielen des Green Deal und des Pariser Klima-Abkommens zu verknüpfen. Die entsprechenden Anträge stehen voraussichtlich am heutigen Mittwoch zur Abstimmung (AM1199 und AM808).

Pressekontakt:

Konstantin Kreiser, Leiter Globale und EU-Naturschutzpolitik,
Mobil +49 (0)172.4179730, E-Mail: mailto:konstantin.kreiser@NABU.de

NABU-Pressestelle
Katrin Jetzlsperger | Silvia Teich
Tel. +49(0)30.28 49 84-1588
E-Mail: mailto:presse@NABU.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6347/4740146
OTS: NABU

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Kampf gegen den Klimawandel - Digitalisierung als Chance (AUDIO) Stegemann: Verlässliche Förderung für nachhaltige Landwirtschaft in Europa
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.10.2020 - 12:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1853775
Anzahl Zeichen: 2859

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Brüssel



Kategorie:

Umwelttechnologien



Diese Pressemitteilung wurde bisher 458 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Agrarminister blockieren Lösungen für Klima- und Artenkrise"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

NABU (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft: Wer es ernst meint, zeigt Wirkung! ...
Berlin (voices) Jörg-Andreas Krüger, Präsident (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: „3 Wege, wie Unternehmen Nachhaltigkeit neu definieren". Pressekontakt: Jérôme Lombard Pressesprecher Jerome.Lombard@NABU.de Copyright: NABU / Die Verwendung dieses Videos für redaktionelle Zwe

Kuck mal, wer da an der Nessel knabbert - Der NABU will wissen, welche Raupen an Brennnesseln zu finden sind ...
Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und juckende Quaddeln auf der Haut. Die Pflanze hat ein schlechtes Image und wird darum aus vielen Gärten verbannt. "Das ist schade, denn die Brennnessel ist für viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze", sagt NABU-Ins

Mehr als eine halbe Million Menschen stellen sich gegen den Abbau von Umweltgesetzen / NABU-Präsident Krüger: Wer Umweltstandards abbaut, ignoriert die Interessen der Bevölkerung ...
Mehr als eine halbe Million Menschen europaweit fordern: Hände weg von unserer Natur! Mit ihrer Unterstützung der Kampagne "Hands Off Nature" senden sie ein deutliches Signal an die EU-Politik: Naturschutz darf nicht dem politischen Druck einzelner Lobbyinteressen geopfert werden. "


Weitere Mitteilungen von NABU


Kampf gegen den Klimawandel - Digitalisierung als Chance (AUDIO) ...
Anmoderationsvorschlag: Lange Zeit war es das vorherrschende Thema, bevor ein kleines Virus die Welt beinahe lahmgelegt hat: Die Rede ist vom Klimawandel. Jeden Freitag wurde demonstriert - "Fridays for Future" und Greta Thunberg waren in aller Munde. Viele Regierungen reagieren nun auf di

Von umweltfreundlichem Tourismus, Wassermangel, und der Musik der Zukunft / Neue Staffel "ERDE AN ZUKUNFT" (KiKA) ab 25. Oktober bei KiKA ...
Helfen Moore gegen Klimawandel? Kann man Tourismus in den Alpen betreiben, ohne die Natur zu belasten? Wie klingt die Musik der Zukunft und haben wir auch in den nächsten Jahren noch ausreichend Wasser? Die Antworten darauf sucht Moderator Felix Seibert-Daiker in der neuen Staffel "ERDE AN ZUK

EU-Fischereiminister machen ersten Schritt Richtung nachhaltige Fangquoten ...
- Acht von zehn Fangquoten sind im Einklang mit wissenschaftlichen Empfehlungen - Dorsch- und Heringspopulation noch immer überfischt - Ökosystem-basiertes Fischereimanagement ist notwendig, um die Ostsee zu retten Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Initiative Our Fish begrüßen die Entsche

Greenpeace-Studie: Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank torpedieren Klimaschutz / EZB muss dringend Klimakrise bei Neuausrichtung berücksichtigen ...
20.10.2020. Weit mehr als die Hälfte der von der Europäischen Zentralbank (EZB) erworbenen Unternehmensanleihen (63 Prozent) stammt aus wenigen Sektoren, die mit ihrem CO2-Ausstoß massiv zur Klimakrise beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie von Greenpeace, der New Economics Fo


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z