Umfrage: große Mehrheit fordert von Bundesregierung strengere Regulierung bei Pestizidexporten
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Doppelstandards bei Pestiziden müssen von der neuen Bundesregierung beendet werden - nach einer aktuellen Forsa-Umfrage gibt es dafür eine deutliche Mehrheit in Deutschland. Vier von fünf Befragten sprachen sich für eine strengere Regulierung des Exports von gesundheits- und umweltschädlichen Pestiziden aus. Laut Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist die Einführung eines Exportverbots für bestimmte Pestizide vorgesehen. INKOTA fordert, schnellstmöglich ein wirksames Gesetz auf den Weg zu bringen, um die Gesundheit von Menschen im globalen Süden zu schützen.
Das Ergebnis der von INKOTA in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage (https://www.inkota.de/sites/default/files/2022-01/41077_f21.0578_text_0.pdf) ist deutlich: 81 Prozent der Befragten geben an, dass die neue Bundesregierung den Export von in der Europäischen Union verbotenen Pestiziden aus Deutschland strenger regulieren sollte als bisher. Zudem soll sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass solche Pestizide weltweit verboten werden, damit auch Rückstände der gefährlichen Stoffe in den hier verkauften Lebensmitteln ausgeschlossen werden können.
Gerade in Ländern des globalen Südens hat der Einsatz gefährlicher Pestizide verheerende Folgen: Ein Großteil der schätzungsweise 385 Millionen Pestizidvergiftungen und 11.000 unbeabsichtigten Todesfälle ereignet sich in Afrika, Asien und Lateinamerika. Vor allem betroffen sind Landwirt*innen und Plantagenarbeiter*innen.
Raymond Owusu-Achiaw von der INKOTA-Partnerorganisation Conservation Alliance in Ghana berichtet: "Ghana importiert nach wie vor Neonikotinoide und andere hochgefährliche Pestizide, die in Europa umstritten oder verboten sind, von den großen europäischen Pestizidherstellern." Diese würden unter anderem im Kakaoanbau eingesetzt. Damit gingen enorme gesundheitliche und ökologische Folgeschäden wie Insektensterben und Pestizidvergiftungen in den Anbaugebieten in Ghana einher. Er fordert: "Die Europäische Union muss den Export verbieten, um den dramatischen Konsequenzen für Bäuerinnen, Verbraucher und die Umwelt angemessen zu begegnen." Die Bundesregierung müsse sich in der EU für ein entsprechendes Verbot starkmachen - Gelegenheit dazu gäbe es bei der in wenigen Tagen anstehenden Agrarminister*innen-Konferenz in Berlin.
Lena Luig, Referentin für Welternährung und globale Landwirtschaft bei INKOTA, ergänzt: "Es ist gut, dass sich die neue Ampel-Regierung vorgenommen hat, der skrupellosen Praxis von Bayer, BASF und Co. einen Riegel vorzuschieben und den Export bestimmter Pestizide künftig zu verbieten. Es ist höchste Zeit, die Doppelstandards endlich zu beenden und weltweit aus dem Handel mit hochgefährlichen Pestiziden auszusteigen! Daher erwarten wir von der neuen Bundesregierung eine zügige Umsetzung."
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Lena Luig, INKOTA-netzwerk, Referentin für Ernährung und Landwirtschaft, Tel. 01577 154 8063, E-Mail: luig@inkota.de
Juliane Bing, INKOTA-netzwerk, Programmkoordinatorin Westafrika, Tel. 0157 81603624, E-Mail: bing@inkota.de
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Datum: 19.01.2022 - 09:30 Uhr
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