Handwerkskonjunktur legt weiter zu - Verunsicherung bleibt
ID: 1957973
Weil Fachkräfte fehlen, kommt es zu Wartezeiten
Die Handwerkskonjunktur wird aktuell von zahlreichen Faktoren beeinflusst. „Fehlende Bauteile, massive Preissteigerungen beim Material und Inflationstendenzen verunsichern Betriebsinhaber und lassen keine verlässlichen Prognosen zur weiteren Geschäftsentwicklung zu“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer die Situation. So hätten sich die Preise für Beton, Stahl oder Holz stark nach oben entwickelt. Auch der Einkauf beispielsweise von Dämmstoffen, Kunststoffteilen oder Abdichtungen oder auch der Kauf von Baumaschinen habe sich stark verteuert. Deutlich spüre man diese Auswirkungen im Bau- sowie im Kfz-Gewerbe, während das Dienstleistungs- und Nahrungsmittelgewerbe vor allem durch die restriktiv wirkenden Corona-Maßnahmen ausgebremst werde.
„Wir nehmen wahr, wie sehr sich die Politik um ein gutes Management der Corona-Pandemie bemüht. Damit das Handwerk im aktuellen Jahr wachsen kann, brauchen wir aber Planungssicherheit und größtmögliche Verlässlichkeit.“ Gemeint seien damit die Fortführung der Corona-Hilfen, aber auch stabile Rahmenbedingungen für Klimaschutz und Wohnungsbau. Betriebe bräuchten Sicherheit, auf welcher Basis sie in nächster Zeit arbeiten werden. „Hiobsbotschaften wie der KfW-Förderstopp oder Gerichte, die regelmäßig Maßnahmen der Politik kassieren, taugen nicht, um das Vertrauen der Betriebe in die Politik zu stärken.“ Dieses Vertrauen sei dringend nötig, damit Betriebe ausbilden, investieren und ihren Beitrag zum klimagerechten Umbau der Wirtschaft leisten können.
Laut der Umfrage hat sich der Konjunkturindikator Handwerk im vierten Quartal 2021 verbessert. Dieser konnte 18 zusätzliche Zähler verbuchen und erreichte damit plus 18 Punkte. Eine solide Auftragslage sorgte dafür, dass die Auftragsbücher im Schnitt für elf Wochen gefüllt sind, im Bauhauptgewerbe sogar für 20 Wochen. Dadurch stieg auch der Anteil der Betriebe, die über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus produzieren konnten, auf 17 Prozent. In den letzten drei Monaten meldeten auch mehr Befragte als vor einem Jahr eine 81- bis 100-prozentige Auslastung (45 Prozent; Vorjahr: 40 Prozent). Die Umsatzentwicklung der Betriebe war im vierten Quartal 2021 wesentlich dynamischer als vor einem Jahr. Höhere Umsätze erzielten 39 Prozent der Befragten, während 20 Prozent weniger Umsatz machten. Für das kommende Quartal werden allerdings keine Umsatzzuwächse erwartet.
Stabil ist die Beschäftigungslage im Handwerk, auch im ersten Quartal 2022 sind keine Veränderungen zu erwarten. Maßgeblich hierfür ist die Fachkräfteverfügbarkeit, die trotz voller Auftragsbücher keinen Personalaufbau zulässt. Nur wenige Betriebe können offene Stellen ohne Probleme besetzen, die meisten offenen Stellen gibt es im Bauhaupt- und Nahrungsmittelgewerbe. In Baden-Württemberg gaben nur zwei Prozent der Betriebe, die derzeit Fachkräfte suchten, an, fehlendes Personal jederzeit problemlos ersetzen zu können. Bei knapp einem Viertel (24 Prozent) waren zumindest erhöhter Aufwand und längere Suchzeiten erforderlich, so eine Umfrage im Handwerk aus dem dritten Quartal 2021.
Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie online unter www.hwk-stuttgart.de/konjunktur
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 03.02.2022 - 11:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1957973
Anzahl Zeichen: 4201
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Stuttgart
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 261 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Handwerkskonjunktur legt weiter zu - Verunsicherung bleibt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Handwerkskammer Region Stuttgart (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Rund 28.000 Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg stehen in den kommenden fünf Jahren vor einer Übergabe oder Schließung. Das zeigt eine aktuelle Sonderumfrage von Handwerk BW. Mit der neuen „Unternehmensbörse Handwerk“ soll die Nachfolgesuche erleichtert werden. Zugleich fordern die baden
Konjunktur: Handwerk verliert den Glauben an den schnellen Aufschwung ...
Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart zeichnen das Bild einer Branche, die ihre wirtschaftlichen Entscheidungen zunehmend an Unsicherheit und Risiko ausrichtet: Der Konjunkturindikator erreicht den niedrigsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2003/2004, d
Neue Allianz gegen Schwarzarbeit: Behörden bündeln Kräfte ...
Handwerkskammern, Ordnungsbehörden und nun auch wieder der Zoll sitzen an einem Tisch: Bei der 26. Bundesfachtagung zur Bekämpfung der Schwarzarbeit am 10. und 11. Juni 2026 in der Handwerkskammer Region Stuttgart tauschen rund 200 Fachleute aus ganz Deutschland Erfahrungen aus und diskutieren, wi
Weitere Mitteilungen von Handwerkskammer Region Stuttgart
Weiterbildung in der Corona-Pandemie ...
Die Corona-Pandemie wirkt sich spürbar auf die Arbeitswelt aus. Viele Arbeitsprozesse wurden angepasst und viele Aufgaben werden nun von zu Hause aus erledigt. Das fordert alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Führungskräfte. All diese Veränderungen können am besten positiv gestaltet
Not macht erfinderisch - Alternativmaterialien in Zeiten von Rohstoffengpässen ...
Anhaltende Materialknappheit und Lieferengpässe machen auch der kunststoffverarbeitenden Industrie zu schaffen. Das Kunststoff-Zentrum SKZ bietet daher einen zweitägigen Online-Kurs vom 14. bis 15. März 2022 zum Thema „Alternativmaterialien und Second Source“ an. Das Thema Materialknappheit u
Berufsbegleitendes MBA-Fernstudium voll im Trend ...
Stillstand ist Rückschritt, denn die berufliche Welt wird heutzutage durch Ihren schnellen und vor allem technologischen Wandel geprägt. Vor noch nicht allzu langer Zeit, war es gängig einen Beruf zu erlernen und diesen bei einem Unternehmen im Idealfall bis zum Renteneintritt auszuüben. Heute i
Neue strategische Ausrichtung: "Die Möglichmacher - Facility Management" stellen künftig die gesellschaftspolitische Bedeutung ihrer Branche in den Fokus ...
Mit rund 134 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung gehört das Facility Management knapp hinter der Automobilindustrie zu den TOP 6 der deutschen Wirtschaftszweige. Dennoch ringt die Branche bislang nach wie vor um entsprechende Anerkennung. Dabei konnte sie ihre Leistungsbereitschaft und Stärke nicht e




