Corona-Gipfel von Bund und Ländern: Paritätischer schlägt Alarm und warnt vor regionalem Versorgungsnotstand
ID: 1959231
Im Vorfeld der heute stattfindenden Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband, dass mit der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zum 15. März regional mit gravierenden Versorgungsproblemen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung zu rechnen sei. Durch Omikron habe sich die ohnehin vielerorts prekäre Personalsituation in Einrichtungen und Diensten im Gesundheits- und Pflegebereich dramatisch verschärft. Der Verband appelliert an Bund und Länder, die Priorität jetzt auf die Entlastung der betroffenen Einrichtungen zu setzen und die Einführung einer allgemeinen und der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zu synchronisieren.
"Das Personal in den Einrichtungen und Diensten arbeitet seit Jahren am Limit. Omikron hat die Lage dramatisch verschärft und die krankheitsbedingten Personalausfälle können schon jetzt nicht mehr überall und jederzeit kompensiert werden", so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Aus der Praxis werde von Quarantäne- und krankheitsbedingten Personalausfällen von teilweise bereits bis zu 40 Prozent berichtet; das Wegbrechen von Angeboten drohe und an manchen Orten bereite man sich bereits darauf vor, einzelne Bereiche zu schließen bzw. auf Unterstützung, Pflege oder Betreuung angewiesene Menschen in stationäre Einrichtungen zu verlegen, da eine ambulante Betreuung nicht mehr sichergestellt werden kann.
"Wenn sich die Lage weiter verschärft, hat das dramatische Auswirkungen; es geht hier ja nicht um Fließbandproduktion, sondern um Unterstützung, Betreuung und Pflege für Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Wenn der ambulante Pflegedienst schlicht keine Fachkraft mehr hat, die er schicken kann, um morgens, mittags und abends eine Tablette zu verabreichen, bleibt dem Pflegebedürftigen oder seinen Angehörigen im Zweifel nur noch die Wahl, dreimal am Tag den Notarzt zu rufen", so Schneider. Es drohe ein echter Pflegenotstand, letztlich einmal mehr die Verlagerung politisch gemachter Probleme in die familiäre Privatheit und eine extreme zusätzliche Belastung der Angehörigen.
Die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht, die ab Mitte März nicht nur in der Pflege, sondern beispielsweise auch für Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen greifen soll, komme damit zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt und drohe in einem Fiasko zu enden, warnt der Paritätische. Zusätzlich zu weiteren Personalausfällen aufgrund möglicher Betretungsverbote für nicht geimpftes Personal, sei es eine Zumutung für Einrichtungen und Dienste, dass nach wie vor unzählige praktische Fragen zur Umsetzung ungeklärt sind. "Dieses Gesetz strotzt vor handwerklichen Mängeln und operativen Absurditäten", kritisiert Schneider. "Viele Probleme, die dieses Gesetz aufwirft, wären mit einer allgemeinen Impfpflicht schlagartig gelöst. Wenn Bund und Länder heute einerseits über Lockerungsperspektiven beraten, aber andererseits nicht über eine Synchronisierung der allgemeinen und der einrichtungsbezogenen Impfpflicht sprechen, ist das vielleicht politisch, aber auf keinen Fall in der Sache nachvollziehbar."
Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, pr@paritaet.org, Tel.: 030 24636-305
Original-Content von: Paritätischer Wohlfahrtsverband, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.02.2022 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1959231
Anzahl Zeichen: 3470
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Arbeit
Diese Pressemitteilung wurde bisher 328 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Corona-Gipfel von Bund und Ländern: Paritätischer schlägt Alarm und warnt vor regionalem Versorgungsnotstand"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Parit (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Als absolut enttäuschend kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband, den heute bekannt gewordenen Kompromiss zwischen Ampel und Union zum sogenannten Bürgergeld. Insbesondere der CDU wirft der Verband eine beispiellose Desinformations- und Entsolidarisierungskampagne auf dem Rücken der Ärm
Bürgergeld zu niedrig: Paritätischer fordert armutsfesten Regelsatz von 725 Euro ...
Laut einer aktuellen Expertise des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ist die zum Januar 2023 geplante Anhebung der Regelsätze in der Grundsicherung auf 502 Euro, über die der Deutsche Bundestag am morgigen Donnerstag im Zusammenhang mit einer Reform von Hartz IV und der Einführung eines sogenan
Gaspreis-Kommission: Soziale Infrastruktur schützen ...
Die heute veröffentlichten Vorschläge der Gaspreis-Kommission bewertet der Paritätische Gesamtverband ambivalent. Absolut zu begrüßen sei, dass die Kommission die Bedeutung gemeinnütziger sozialer Einrichtungen hervorhebt und ihre besondere Schutzbedürftigkeit betont. In der Praxis, so der
Weitere Mitteilungen von Parit
Jan Schiffers MdL: Es muss vom Brutto mehr Netto bleiben! - Sozialabgaben müssen gesenkt werden ...
Erneut legt die SPD ihren Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Vergabegesetze im Plenum vor. Dabei werden die rückläufigen Zahlen der Tarifbindung beklagt und eine Verpflichtung der Unternehmen zur Abgabe einer Tariftreueerklärung sowie eine Verpflichtung zur Abgabe einer Erklärung mind
Alexandro Metterhauser: Mit einer Karriere bei TELIS FINANZ zum glücklichen Berufs- und Privatleben (FOTO) ...
Alexandro Metterhauser ist selbständige Führungskraft bei der TELIS FINANZ. Er hilft Menschen dabei, ihr Leben mit einer zweiten Karriere als Finanzberater auf ein neues Level zu heben. Denn die Mitarbeiter von TELIS FINANZ profitieren nicht nur von einer guten Ausbildung und hohen Gehältern, s
Kündigungsschutzklage - Wehren Sie sich gegen Ihre Kündigung! ...
Sie haben gerade eine Kündigung erhalten? Dann ist der Schreck erst einmal groß und Sie sehen vermutlich Ihre Existenzgrundlage gefährdet. Doch lassen Sie sich gerade jetzt nicht entmutigen! Für viele gekündigte Arbeitnehmende besteht ein allgemeiner gesetzlicher Kündigungsschutz. Dieser wir
HR-Report 2022 / Fachkräftemangel: Unternehmen optimieren Prozesse statt Arbeitskultur (FOTO) ...
- Zeit- und Personalmangel setzen Organisationen unter Druck - Führungskräfte stabilisieren Kerngeschäft, statt Zukunftsthemen zu fokussieren - Investition in eine bessere Arbeitskultur kommt zu kurz Demographie und Digitalisierung verändern die Arbeitskultur aus unterschiedlichen Rich




