Greenpeace-Studie zur Sicherheit des ukrainischen AKW Juschnoukrainsk / Russische Armee rückt auf A

Greenpeace-Studie zur Sicherheit des ukrainischen AKW Juschnoukrainsk / Russische Armee rückt auf Atomanlage vor

ID: 1964640
(ots) -

10. 3. 2022 - Die russischen Truppen stehen inzwischen nahe dem ukrainischen Kraftwerk Juschnoukrainsk in der Südukraine. Während Putins Soldaten das größte Kraftwerk Europas Saporischschja bereits erobert haben, sind die verbliebenen drei Standorte Juschnoukrainsk, Riwne und Chmelnyzkyj unter ukrainischer Kontrolle. Welche Gefahr von der Atomanlage ausgeht und welche Rolle diese für die Energieversorgung der Ukraine spielt, beleuchtet eine neue englischsprachige Kurzstudie von Greenpeace (https://act.gp/37d00sJ).

"Der Angriff und die Übernahme der Reaktoren von Juschnoukrainsk ist ein taktisches Ziel des russischen Militärs. Sobald die russischen Soldaten die Stromversorgung der Südukraine kontrollieren, hat der Kreml ein Druckmittel gegenüber der ukrainischen Regierung in der Hand", sagt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. "Denn die Kernreaktoren von Juschnoukrainsk spielen ebenso wie das Kernkraftwerk Saporischschja eine wichtige Rolle für die Stromerzeugung in der Südukraine." Die Reaktoren von Juschnoukrainsk erzeugen im Durchschnitt zehn Prozent des in der Ukraine benötigten Stroms.

Veraltete ukrainische Atom-Technik ist auch in Friedenszeiten riskant

Von den drei Reaktoren der Anlage in Juschnoukrainsk geht auch in Friedenszeiten ein erhebliches Risiko aus. Gründe dafür sind die jahrzehntealte, sowjetische Bauweise und der altersbedingte Verschleiß. Die ursprüngliche technische Lebenslaufzeit der Reaktoren. ist bereits lange abgelaufen. Wichtige vereinbarte Nachrüstungen beispielsweise der Notstromversorgung oder bei Filteranlagen, die Radioaktivität zurückhalten sollen, wurden bisher nicht vollständig umgesetzt. "Die Kombination aus alter Reaktortechnik, nicht umgesetzten Sicherungsmaßnahmen und militärischen Kämpfen rund um die Atomanlagen setzt die Betriebsmannschaft unter enormen Stress. Das ist eine hochgefährliche Mischung, die leicht zu schweren Reaktorunfällen führen kann, sagt Smital.



Greenpeace ist zutiefst besorgt über die Bedrohung des Betriebs ukrainischer Atomkraftwerke und anderer nuklearer Anlagen durch das russische Militär. Die Organisation fordert Präsident Putin auf, seine Streitkräfte unverzüglich zurückzuziehen und die Militäroperationen einzustellen.

Pressekontakt:

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Heinz Smital, Tel. 0171-8780803 oder Pressesprecher Björn Jettka, Tel. 0171-8780778. Die Kurzstudie zum AKW Juschnoukrainsk als PDF zum Download: https://act.gp/37d00sJ
Internet: www.presseportal.greenpeace.de. Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace auf Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook: www.facebook.com/greenpeace.de.

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Datum: 10.03.2022 - 09:39 Uhr
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